Flussfischen auf Lachs- und Meerforelle

 

Flussfischen auf Meerforellen im Verlauf der Jahreszeiten:

 

Die Zeit von Eis und Schnee, von Kälte,  Sturm und winterlichen Regenfällen neigt sich ihrem Ende. Die ersten Frühlingsboten zeigen sich in Form  aufbrechender Knospen der Bäume und Sträucher und  durch die meist gelb und cremefarbenen Blüten der ersten Frühblüher auf den Wiesen und im Wald. An den dänischen Auen erwacht nun wieder das Leben.






April-Lachs 8 Kg

Aber auch in einer für uns nicht sichtbaren Form, bringt uns das Frühjahr jetzt langsam wieder eine entscheidende Veränderung .Die letzten Lachs- und Meerforellenkelts verlassen nach einem zum Teil über Monate dauernden Aufenthalt und einem anstrengenden Laichgeschehen ihre Flusssysteme. Sie begeben sich wieder auf den Weg zu ihren Fress-und Jagdgründen im Meer.

Sofern nicht durch einen kalten Eiswinter länger an ihre Laichbäche gebunden, sind die meisten Meerforellen-Kelts in den dänischen Auen nach Ende der Schonzeit schon wieder  im Salzwasser der Ostsee und der Nordsee. Und nun kann sich der Angler langsam schon auf den Fang der ersten aufsteigenden Blankfische vorbereiten.

Auch wenn es im April für aufsteigende Meerforellen in den dänischen Auen noch etwas zu früh ist, so bescheren uns umfassende Besatzmaßnahmen mit Lachs-Smolt in der Skjern Au -und  der Varde Au, sowie in der Store-und Gels Au immer wieder Irrläufer in Form starker Blanklachse, die nicht in ihre angestammten Flusssysteme zurückfinden.

 


Diese zum Teil sehr großen Fische zeigen sich durch ein früheres Aufstiegsverhalten und sind oft schon nach dem Ende der Schonzeit im April, auf den klassischen Fangplätzen der dänischen Auen zu finden. So können je nach Temperatur und Wasserstand die letzten absteigenden Lachs-und Meerforellenkelts im Fluss, schon wieder auf die ersten aufsteigenden Blankfische treffen.

Für uns Angler bedeutet der Monat April einfach….eine neue Saison der spannendsten Möglichkeiten auf den Fang sehr großer und kampfstarker anadromer Salmoniden hat begonnen.

Um über den Zeitraum einer gesamten Saison am Fluss erfolgreich zu sein, muss sich der Angler immer wieder auf die sich verändernden Gegebenheiten, bedingt durch Temperatur und Wasserstand, Aufstiegsverhalten und Jahreszeit einstellen und entsprechend reagieren.

Nur so wird es nicht bei einem Zufallserfolg bleiben, sondern es wird zu kontinuierlichen Fangerfolgen kommen.




Meerforelle Frühaufsteiger 7Kg

 

 

 

April/Mai:

 

Im Frühjahr bringen uns  die ersten spürbaren Wasserstandveränderungen im April/Mai blanke Aufsteiger in die dänischen Auen.

Die Aufstiegswege vom Meer zu den Fangplätzen sind nur kurz und die Fische reagieren auf steigendes Wasser sehr schnell.

Wie auch beim Lachs stellen sich jetzt meist sehr starke Meerforellen auf den Standplätzen ein, und eine Befischung kann in dieser Zeit immer eine Überraschung in Form eines starken Aufsteigers bringen.

Es sind meist kleinere Runs von mehreren Fischen, daher sollte der Angler auch nach dem Fang einer Meerforelle noch weitere Zeit investieren, denn jetzt besteht eine gute Chance auf einen zweiten Fisch.

In diesen frühen Tagen bestehen sehr gute Aussichten, einen Fisch zwischen 4.00 kg und 6.00 kg zu überlisten.

Größere Meerforellen sind jederzeit möglich, aber sicher nicht die Regel.

Jetzt sollten die bekannten Standplätze immer wieder befischt werden und der Erfolg wird sich einstellen.

Diese Standplätze finden sich in der frühen Zeit natürlich noch nicht im Bereich der Oberläufe und so sollte sich die Befischung auf die mittleren und unteren Flussstrecken konzentrieren.

Ich selbst bevorzuge bei dieser Art der Befischung niedrige Wasserstände. Da ich die Standplätze der von mir befischten Flüsse sehr gut kenne, kann ich den frischen Aufsteiger unter diese Bedingungen sehr gezielt anfischen. Für den Einsteiger bieten höhere Wasserstände sicher eine größere Chance auf einen Fisch, denn jetzt kommt es zu einer größeren Verteilung und die Meerforellen stehen auch in Bereichen, die sie sonst vielleicht nur im Schutze der Dunkelheit passieren würde.

 Die kurzen Aufstiegswege bescheren uns blanke Aufsteiger, die Schwanzwurzel und der Bereich oberhalb der Afterflosse sind nicht selten noch mit schmarotzenden Meerläusen besetzt

Oft erst wenige Stunden im Fluss, reagieren diese Fische teilweise mit einer atemberaubenden Aggressivität auf eine Tubenfliege. Einen starken Frischaufsteiger von vielleicht sechs oder sieben Kilogramm mit der Einhandrute in einer kleinen Au zu haken, wird für jeden Fliegenfischer ein unvergessliches Erlebnis bleiben und kann schnell zu einer unheilbaren Sucht führen.




Blankfisch mit anhaftenden Meerläusen




Bild 1: Meerforelle - Junifisch von 6 Kg
Bild 2: Achim auf der linken Bildseite, ein Freund und Urgestein in der Gilde der Fussfischer, zusammen mit Lars, der mit Begeisterung und dabei im Foto zu sehen, sehr erfolgreich die nächste Generation der Flussfischer vertritt.


Juni:

 

Mit weiteren Regenfällen werden immer wieder neue Fische aufsteigen, aber die Zeit ab Ende Juni bringt uns auch die ersten Runs von kleineren Sommerfischen.

Pralle, kampfstarke Meerforellen mit losen Schuppenkleid, in Größen von 40 bis 60 Zintimeter.

Hier handelt es sich nicht nur um zukünftige Erstlaicher,(meist ab ca.60cm) sondern auch um Fressfische, (meist 40 bis 50 cm) die zwischen Fjord und Fluss hin und her wandern.

In den Sommermonaten verlassen sie gern das zu warme Wasser der flachen Fjorde, und nutzen das kältere und sauerstoffreiche Wasser in den Auen.

Für dieses Verhaltensmuster haben wir den Begriff  ,,Fjord-Fluss-Fjord‘‘ Wanderer geprägt.

Ihr Verhalten unterscheidet sie deutlich von den typischen Laich-Aufsteigern. Sie wandern und bewegen sich auf einer steten Nahrungssuche im Fluss. Selbst Wasserspitzmäuse finden sich manchmal im Magen dieser kleinen Räuber und ein nächtlicher Fangerfolg von drei, oder aber sogar fünf Meerforellen ist keine Seltenheit

.Diese Meerforellen nehmen mit großer Aggressivität die nah der Oberfläche geführte Tubenfliege in der Driftphase.

Die klassische Fangzeit für diese Wanderfische ist die Nacht und sie finden sich verstärkt in den dänischen Auen die in die Ostsee münden, wie die Kolding Au und die Vejle Au.

Mit fast senkrechter Rute und ,, leicht durchhängender Leine‘‘ wird in der Nacht nur die Driftphase der Tubenfliege gefischt. Es erfolgt nach dem Ablegen der Fliege kein Line-Mending. Die leicht durchhängende Leine, bedingt durch die ,,hohe Rute‘‘ , ermöglicht dem Angler auch in dunkler Nacht noch ein erfolgreiches ,,Haken setzen",  nach einer durch die Dunkelheit verzögerten Bisserkennung.

Eine unglaublich spannende Methode um auf Fluss-Öring zu fischen

 










Bild 1 kleiner Sommerfisch von 3 Kg
Bild 2 Fjord-Fluss-Fjord Wanderer, mit gefülltem Magen-Darm Trakt und ohne entwickelte Laichanlagen
Bild 3 Klassische Blinkermuster für den Fluss
Bild 4 Fängige und bewährte Spinnköder für Lachs-und Meerforelle
Bild 5 Wobbler, sie finden sich in den Köderdosen fast aller Spezialisten
Bild 6 Öring am Spinnköder, Foto Dirk Landahl


Juli/August:

 

Nun haben sich die Meerforellen schon zum Teil über weite Strecken im Fluss verteilt, aber wer seine Auen und die Bewegungen der Fische kennt, wird sie finden und zu fangen wissen.

Viele Fische zeigen jetzt schon einen Ansatz von Laichfärbung, andere kommen noch silberblank herein.

In diesen Wochen ist noch alles möglich.

Jede Veränderung des Wasserstandes  lässt weitere Meerforellen aufsteigen, die dann die älteren Standfische von ihren Plätzen verdrängen.

Diese Bewegung sorgt für zunehmende Aggressivität  unter den Fischen, die wir Angler für uns nutzen sollten, um erfolgreich mit der Fliegenrute, oder aber mit der Spinnrute am Fluss zu fischen.

Die durchgehende Trübung der in die Nordsee mündenden Auen ermöglicht uns auch in diesen Monaten eine Befischung der noch hellen Nachmittags-und Abendstunden. Auch die ersten Stunden am hellen Morgen können ohne weiteres sehr Erfolgsversprechend sein. Müsste ich mich aber für eine Tageszeit entscheiden, so würde ich immer der späten Phase des Tages den Vorzug geben. Das haben unzählige Fischgänge der letzten dreißig Jahre am Fluss ganz deutlich gezeigt. Aber es sollte bei einer Befischung bei Tageslicht unbedingt auf eine entsprechend tiefe Führung der Fliege geachtet werden. In den hellen Stunden muss die Fliege zum Fisch, es muss also unbedingt tief und in Grundnähe gefischt werden.

 

Erst in der Dunkelheit  verlässt die Meerforelle ihren sicheren Standplatz und attackiert die Fliege zum Teil dicht unter der Oberfläche.

 




Dieser Septemberfisch von 8 Kg nahm die Tubenfliege dicht unter der Oberfläche

September/Oktober:

 

In diesen späten Tagen der Saison haben die meisten Lachse- und Meerforellen ihre Laichfärbung angenommen.

Die Milchner tragen jetzt imposante Laichhaken und zeigen sich in den schönsten Farben, während die Rogner eher ein tristes, ja zum Teil schlammiges braun-grau am Körper tragen. Dieses feste Herbstgewand bildet gleichzeitig eine recht unempfindliche und widerstandfähige Haut und somit einen ausgezeichneten Schutz beim oft beschwerlichen Aufstieg und im Gerangel auf den Laichbetten, denn so manche Wunde und Verpilzung wird davongetragen.

Von Woche zu Woche fällt die Wassertemperatur weiter ab und die Fische bewegen sich in Richtung ihrer Laichplätze.

Aber auch in dieser späten Zeit schieben sich noch immer neue Fische, aus dem Meer kommend, in die Auen ein. Trotzdem ist der Fang eines blanken Fisches in dieser Zeit eine klare Ausnahme, denn das Verfärben hat jetzt meist schon im Salzwasser eingesetzt. Diese Zeit der höchsten Fischdichte im Fluss, sowie einer weiten Verteilung bis in die Oberläufe der Auen, bringt natürlich zwangsläufig Vorteile für den Angler. Bei entsprechend hohen Wasserständen sind Lachs- und Meerforelle nun auf fast allen Flussstrecken zu finden. Fallende Wassertemperaturen und die nahende Laichzeit  sorgen beim Fisch für ein zunehmendes Aggressionsverhalten und gleichzeitig  natürlich auch für ein aktiveres Beißverhalten. Grund dafür sind sicher die nahenden Auseinandersetzungen um Laichplätze und Laichpartner.

Gerade in diesen Monaten hat der Einsteiger eine ausgezeichnete Chance einen starken Herbstöring zu haken. Wer aber nun denkt, dass sich die die Fische durch die sich nähernde Laichzeit blind auf Fliege und Spinnköder stürzen, der Aspekt der nahenden Laichzeit zu einer einfachen und somit unfairen und unsportlichen Befischung führt, befindet sich in einem Irrtum. Gerade der Herbstfisch zeigt sich gern auch in ausgesprochen heiklen Beißphasen  und trotz vieler vorhandener Lachse und Meerforellen, scheint der Fluss für alle anwesenden Angler über Tage fischleer zu sein, um sich dann auf einmal wieder mit gefangenen Fischen zu zeigen, die auf einmal ganz unerwartet auf die Fliege oder den Spinnköder einsteigen. Somit hat die herbstliche Befischung anadromer Salmoniden ihren ganz besonderen Reiz, aber ebenso ihre ganz besonderen Tücken.

Ob der Angler seinen Fang  in dieser Zeit entnehmen möchte, sollte er für sich ganz allein entscheiden.

Die Bestände in Dänemark sind wieder so groß, dass die Entnahme von Herbstfischen sich in keiner Weise nachteilig auf den Meerforellenbestand auswirkt.

Aber ich selbst und viele andere Flussfischer setzten ihre Fänge in diesen Tagen zurück. (in Dänemark erlaubt und auch gern gesehen) Zudem rate ich dazu, in jedem Fall die Rogner in dieser Zeit zu schonen. Zwei dicke Laichstränge sind beim säubern des Fisches kein schöner Anblick. Ein Milchner dagegen bindet zum Teil drei bis fünf Rogner an sich und so werden die Milchner auch in einer deutlich geringeren Stückzahl für eine Bestandssicherung benötigt. Diese Meerforellen haben sich für die Überwinterung im Fluss immense Fettreserven angefressen und eignen sich in entsprechender Größe ausgezeichnet für den kalten Rauch.







Bild 1 Oktober-Öring in seinen Herbstfarben
Bild 2 starker Herbstfisch im Drill
Bild 3 Blanke Meerforelle aus dem September
Bild 4 Herbstimmung am Fluss


November bis März:

 

Da die Schonzeit in Dänemark inzwischen auf 5 bis 6 Monate verlängert wurde, ist das frühere Keltfischen inzwischen zum Erliegen gekommen.

 

Eine sehr gute Entscheidung, denn diese erschöpften und ausgemergelten Meerforellen bieten weder an der Fliegenrute, noch an der Spinnrute einen guten Sport, noch sind sie eine Bereicherung für die Küche.

Das eigentliche Problem beim gezielten Keltfischen ist der starke Eingriff in alle Altersstrukturen der abwandernden anadromen Salmoniden. Zudem ist ein richtig angebotener Tauwurm ein tödlicher Köder für diese ausgehungerten Fische und so habe ich in den letzten Jahren leider eine völlige Bestandsvernichtung in drei unterschiedlichen Flusssystemen in Schweden und Dänemark erleben müssen.

Aber die jetzige Schonzeit-Regelung hat auf jeden Fall in Dänemark einen positiven Einfluss auf den Bestand von Meerforelle und Lachs.

So können wir darauf hoffen, dass wir auf feiste ,kampfstarke Blankfische treffen, wenn sie sich erneut auf den Weg in die Flüsse und Auen aufmachen.

Durch diese vernünftige Schonzeitregelung gibt es auch kein Fischen auf Grönländer im Fluss mehr.

Allerdings bieten uns die milden Winter der letzten Jahre auch nicht mehr die Temperaturen, die wir für diese Fischerei benötigen.

Zudem lassen sich diese kleinen Fische weitaus effektiver im Winterhalbjahr an der Küste fangen.

 




E-Fischen im Dezember
Foto Rainer Ücker



Zur Befischung



Mit der Fliegenrute zu Lachs-und Meerforelle…

 

Nicht immer muss das Fliegenfischen auf Meerforellen im Fluss ein reines Nachtfischen sein. Viele meiner Sommerfische fange ich in den noch hellen Abendstunden, oft noch bei Sonnenschein. Das richtet sich nach bestimmten Faktoren wie Wasserstand, Sichtigkeit und dem allgemeinen Befischungsdruck.

Und natürlich auch nach dem zu befischenden Flusssystem. Zum Saisonstart im April  beginnen wir unsere Befischung  mit den klassischen Frühjahrs-Tuben, die auf dieser Seite zwischen unterschiedlichen Saison-Mustern von Ulf Sill abgebildet sind. Die aggressiven Farben, dieser großen und voluminösen Tubenfliegen sind auf das Beißverhalten erster blanker Aufsteiger ausgerichtet.

 

 

 

 


Im Zusammenspiel mit den meist noch in dieser frühen Jahreszeit vorherrschenden Faktoren ,,niedrige Wassertemperatur‘‘ und oft noch ein ,,hoher Frühjahrs-Wasserstand‘‘ reagieren Frischaufsteiger mit vehementen Attacken auf diese großen Fliegen. Hohe Frühjahrswasserstände erfordern eine entsprechend tiefe Befischung und so ist natürlich immer die Struktur des zu befischenden Flusses ausschlaggebend für die Wahl und den Einsatz der Leine. Mag in einem Flusssystem eine Intermediate-Line mit einer Sinkspitze noch vollkommend ausreichend sein, so kann die Beschaffenheit und Struktur des nächsten Flusses, vielleicht auch nur des nächsten Flussabschnittes,  wieder ganz neue Anforderungen an ein erfolgreiches Anbieten der Fliege erfordern. Um sich auf eine Veränderung der Gegebenheiten und jeweiligen Tiefen einstellen zu können, sollten entsprechende Leinen, Schussköpfe  oder Polyleader  mitgeführt werden. Das allerdings führte bei mir auch immer sehr  schnell zu einem Sammelsurium von Leinen und Rollen im Gepäck. Für die Befischung der dänischen Auen nutze ich daher seit einiger Zeit mit Begeisterung das ,,ddc connecct System‘‘ der Firma Guideline. Dieses System bietet mir angefangen von einer Intermediate Spitze, auch alle von mir benötigten Sinkspitzen von der Sinkrate 1 bis zur Sinkrate 7. Die Sinkspitzen haben eine Länge von 4,5 Meter bis 4,9 Meter, sind für einen schnellen Zugriff in einer kleinen Fächertasche verpackt und lassen sich auch in dunkler Nacht innerhalb einer schnellen Minute auswechseln. Ob ich am Tage oder in der Nacht fische, egal welche Wasserstände vorherrschend sind, oder ob ich von der flachen Rausche in den Bereich eines tiefen Kolkes wechseln möchte. Schnell und unkompliziert kann ich mein Gerät auf die zu erwartende Struktur und Tiefe vorbereiten und mich wieder der Befischung widmen.

Das Guideline-System ist eigentlich für den Einsatz einer Zweihandrute gedacht, leistet aber mit einem gekürzten Kopf an der Einhandrute ausgezeichnete Dienste. Weitere Systeme dieser Art werden zur Zeit von Rio ( auch für die Zweihandrute, mit der Option einer ebenfalls guten Nutzung für den Einsatz einer Einhandrute ) und von der Firma A.Jensen angeboten, wobei das Jensen System direkt für den Einsatz an der Einhandrute angedacht ist. (Stand 2012) Diese Kombinationen lassen sich vielleicht nicht immer besonders schön werfen, aber sie lassen sich dafür sehr erfolgreich einsetzen.

 




Mit dem beginnenden Sommer verändern sich die Gegebenheiten in der Natur, aber auch in unseren Auen. Der Vegetationsdruck nimmt zu, die Wassertemperatur steigt an und regenarme Zeiten bescheren uns teilweise anhaltendes Niedrigwasser.

Sofern die Wasserstände  am Tage eine Befischung zulassen, ist der Einsatz kleiner Tubenfliegen in gedeckten Farben (beiss) oft der Schlüssel zum Erfolg

Eine Schwingenlänge von ca. fünf Zentimetern ist im Sommer und Herbst ausreichend und auf zu viel Volumen sollte hier verzichtet werden. Diese kleinen Tuben lassen sich in den hellen Morgen- und Abendstunden fischen und werden je nach Wasserführung mit einer Intermediate-Line, oder Sinkleinen mit einer entsprechenden Sinkrate angeboten und sind somit auch meine bevorzugte Wahl bis zum Einsetzen der Dunkelheit zur Befischung unserer Meerforellen. Beim Herbstfischen am Tage, bringen gerade diese kleinen Tuben aber auch noch manchen starken Auenlachs auf die Fliege. Natürlich kann auch jede Fliege die auf einen Einzelhaken oder Doppelhaken gebunden wurde, ebenso erfolgreich eingesetzt und gefischt werden. Die Tubenfliege wird somit nicht Aufgrund einer Überlegenheit, sondern aus  dem Grund einer persönlichen Vorliebe von mir ausschließlich zur Befischung von Lachs und Meerforelle eingesetzt.






Die klassische Fangzeit für die in den Fluss aufsteigenden Meerforellen sind die sommerlichen Nächte.

Jetzt sorgt der Schutz der Dunkelheit für eine entstehende Fischbewegung und sie verlassen ihre deckungsreichen Unterstände, zeigen sich uns nicht selten an der Oberfläche und reagieren in dieser Phase ausgezeichnet auf unsere Fliege.

Daher reicht in den Nachtstunden dann auch in der Regel eine Floating-Line, beziehungsweise eine Intermediate-Line. Dänische Freunde schwören auf diese leichte und elegante Art der nächtlichen Befischung. Aber auch der Einsatz einer Sinkleine, gerade bei höheren Wasserständen, sollte beim Fischen in der Nacht immer bedacht werden. Wer sich auf eine nächtliche Befischung einer noch unbekannten Flussstrecke optimal vorbereiten möchte, sollte diese Strecken vorher am hellen Tage in aller Ruhe und mit einem Pausenkaffee im Gepäck begehen. Bei solch einem Spaziergang lassen sich prägnante Stellen in Form möglicher Standplätze finden und zugleich kann der Angler auf mögliche Hindernisse achten, die an diesen möglichen Fangstellen in dunkler Nacht das Werfen erschweren, oder aber Drill und Landung verhindern könnten. Mit dieser Orientierung am Tage lassen sich diese vielleicht fischträchtigen Punkte am Abend schneller und direkter finden und mit einer größeren Sicherheit auch effektiver befischen.

 





Foto 1: Achim Bartonischeck
Foto 2: Jürgen Zaedow


In diesen Stunden der Nacht fische ich ohne Ausnahme große schwarze Tubenfliegen mit einer Schwingenlänge von mindestens zehn Zentimeter Länge. Diese Tubenfliegen können und sollten mit viel Volumen gebunden sein und zeigen sich gegen den Nachthimmel auch in der Dunkelheit,  in einer für die Meerforelle verführerischen Silhouette. Es kann ohne weiteres vorkommen, dass die Tube sofort nach der Präsentation, kurz unter der Oberfläche in der Sinkphase genommen wird, bevor sie durch den Wasserdruck in die Driftphase gelangt, denn in der Nacht verhalten sich frischaufgestiegene Meerforellen aggressiv und beißwillig.

Zeigt sich solch ein Fisch an der Oberfläche, sollten Sie diese Chance nutzen und werden mit Glück mit einem unvergesslichen Drill belohnt.

Für den Einsatz an den kleineren Auen erfüllt eine Fliegenrute der Klasse 7 bis maximal Klasse 8 ihren Zweck ganz ausgezeichnet. Wir befischen in der Regel nur Auen mit einer Gesamtbreite von fünf bis sieben Metern und einer vorherrschenden Ufervegetation aus Erlen und Weiden. In diesem beengten Raum lässt sich eine 9 Fuß lange Einhandrute einfach besser handhaben. Zudem arbeiten wir durchgehend mit kurzen Würfen, von maximal zehn bis zwölf Metern zur Rutenspitze und haben somit an der Verbindungsschlaufe  unseres Schusskopfes  auch in der Dunkelheit immer eine sehr gute Orientierungshilfe  für die Länge der gefischten Leine. Bei der nächtlichen Befischung sollte ein interessanter Abschnitt nicht  über ein verlängern der Würfe abgesucht werden, sondern wir fischen uns Schritt für Schritt mit kurzer Leine durch den für uns interessant scheinenden Flussabschnitt. Dieser Vorgang kann beliebig widerholt werden und im Falle eines Fischkontaktes, haben wir in der Nacht an kurzer Leine eine weitaus bessere Kontrolle beim Drill einer vielleicht starken Meerforelle.

Nach den Renaturierungen vieler Flusssysteme wurde die Struktur der dänischen Auen entscheidend verändert. Sie wurden wieder in die alten Schleifen und Mäander gelegt, die Fließgeschwindigkeit dadurch verringert, angrenzende Grünflächen liegen brach, dürfen nicht mehr beweidet werden. In den Flüssen entwickelte sich durch den jetzt geringeren Wasserdruck eine zum Teil starke Vegetation und auch die Uferbereiche sind jetzt wieder von Erlen, Weiden und Prunus bestanden. Alles Faktoren die einen Einsatz mit der Fliegenrute nicht erleichtern, aber eine Befischung der kleinen Auen mit der Fliege dafür umso reizvoller gestalten und einen Fangerfolg in Form von Lachs und Meerforelle mit einem besonderen Wert krönen.

 

















Reihe 1 Frühjahrstuben
Reihe 2 Nachtfliegen
Reihe 3 Kleine Herbsttuben
Reihe 4 Kleine Herbstfliegen auf Doppelhaken
Binder: Ulf Sill




Zum Fischen mit der Spinnfliege…



Eine sehr effektive Methode um am Fluss auf Lachse und Meerforellen zu fischen, ist der Einsatz einer Spinnfliegen Montage.  Bei dieser in Skandinavien sehr populären und ausgesprochen fängigen Art der Befischung, wird der klassische Köder des Fliegenfischers in Form unterschiedlicher Fliegenmuster, mittels einer Spinnrute angeboten. Während wir beim Einsatz klassischer Spinnköder wie Wobbler, Blinker und Spinner, eventuelle Stand-und Nehmerplätze systematisch Wurf für Wurf absuchen und mit der Rute abfächern, die Köder aus immer wieder unterschiedlichen Winkeln anbieten, sie dabei mit der Rolle in eine Bewegung versetzen, um den zum Anbiss notwendigen Aggressionsreiz auszulösen,  findet sich bei der Präsentation und Führung einer Spinnfliege, eher die Nähe und der Vergleich zum Einsatz einer Fliegenrute. Je nach Flussgröße ist eine Rutenlänge von 3.00 Meter Länge zur Befischung kleiner Flüsse vollkommen ausreichend. Für etwas breitere Gewässer wie der dänischen Skjern- und Varde-Au, oder aber der schwedischen Mörrum, kann eine Rute von 3.30 Meter gute Dienste leisten und das Führen der Fliege erleichtern. Spinnruten mit einem Wurfgewicht  von 10 bis 30 Gramm  haben sich auch beim Drill von Salmoniden der acht bis zehn Kilogramm-Klasse als vollkommen ausreichend erwiesen, aber das wird und sollte jeder Angler für sich entscheiden. Sehr gut für diese Art der Befischung eignet sich der Einsatz einer Multirolle, die dem Angler beim Drill einen sehr direkten und somit ausgezeichneten Kontakt zum Fisch bietet. Aber auch jede Stationärrolle leistet natürlich  für diesen Zweck ihren Dienst. Wichtiger aber ist…die Fliege muss auf die exakte Tiefe zum Fisch gebracht werden und dazu benötigen wir eine Beschwerung. Ein simples Blei würde reichen, aber es hat die Eigenschaft jedes Hindernis zu finden und sich dort unlösbar festzusetzen. Ein Tiroler-Hölzl erfüllt mit seinem am Ende mit Blei gefüllten Plastikschlauch schon bessere Dienste. 

 

 

 





Susanne Kress, zwei Drills innerhalb einer Stunde und ein gelandeter Fisch mit der Spinnfliege am Geburtsort des Gränum-Korkens, der schwedischen Mörrum.

 

 

Die perfekte Lösung aber kommt aus Schweden. Der ,,Gränum Korken‘‘ wurde in Mörrum von einem alten Mörrum Spezialisten entwickelt und besteht aus einem ca. 4 Zentimeter langen Korken mit einer Bleifüllung und einem eingelassenen Dreierwirbel an seiner Spitze. An diesem Wirbel wird das ca. zwei Meter lange Vorfach befestigt und die Bleifüllung des Korkens dient auch gleichzeitig als Wurfgewicht. Bei Niedrigwasser kann das Vorfach bis auf einen Meter Länge gekürzt werden und das Korkengewicht wird ebenfalls reduziert, denn es nützt uns wenig, wenn der Korken in Grundnähe läuft und die vielleicht  unbeschwerte Fliege an einem zu langen Vorfach aber nur im Mittelwasser schwebt. Zur optimalen Anpassung an wechselnde Wasserstände werden Gränum Korken in Gewichtsklassen von 5 bis 20 Gramm angeboten. So kann sich der Angler auf die jeweiligen Gegebenheiten perfekt einstellen. Der Wurf erfolgt auf dem kürzesten Weg zur gegenüber liegenden Uferseite, oder aber in einem leichten Winkel stromauf. Der Korken bringt die Fliege sofort auf Tiefe, steigt aber beim Anheben der Rutenspitze vom Flussgrund nach oben, um nach einem Absenken der Rutenspitze wieder zu sinken. So lassen sich die klassischen Hänger und Abrisse fast gänzlich vermeiden. Aber es gehört etwas Übung dazu, diese  Hänger rechtzeitig zu erkennen, um entsprechend mit einem Anheben der Rute darauf zu reagieren. Die Kombination sinkendes Blei und auftreibender Kork ergeben ein über Hindernisse schwebendes Gewicht. Nach dem erfolgten Wurf wird die Fliege nicht über die Rolle bewegt und eingeholt. Die Rolle wird nach dem Wurf geschlossen, der Angler hält den Kontakt zur Fliege und lässt sie durch die Fließgeschwindigkeit und den Wasserdruck des Flusses langsam auf seine Uferseite schwingen. Er fischt also die Driftphase der Fliege,  vergleichbar mit dem Einsatz einer Fliegenrute. Erst nach Ende der Drift wird die Fliege per Rolle eingeholt und erneut ausgeworfen.  So lässt sich ein Flussabschnitt sehr exakt und effizient absuchen. Bei der Wahl der Leine sollte auf geflochtene Schnüre verzichtet werden. Sie sind ausgesprochen  empfindlich gegenüber den permanenten Grund-und Steinkontakten und viele selbst kleine Fische gehen mit teilweise etlichen Metern Fireline verloren, die nach diesen nicht vermeidbaren Kontakten unter Druck beim Drill, dann selbst bei kleiner Belastung reißt. Diese Probleme stellen sich beim Einsatz von monofiler Leine nicht, da Monofil bei diesen Grundkontakten nicht so anfällig reagiert. Trotzdem sollten die ersten Meter auf der Rolle einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden, da ein durch solche Unachtsamkeit verlorener Fisch wirklich ärgerlich ist. Wie auch bei der Befischung  mit der Fliegenrute,  können Flusssysteme mit einem hohen Vegetationsdruck im Wasser, diese sehr effektive und interessante Art der Befischung  mit einer tiefgeführten Fliege zu einem Problem werden lassen. Aber dort wo die Grundbeschaffenheit das Fischen mit der Spinnfliege ermöglicht, sollten Sie es einmal probieren. Gerade für den Einsteiger im Flussfischen ist es eine unglaublich spannende Methode um zum Fangerfolg zu kommen.

 

 

Heiko Döbler








Der Korken aus unterschiedlicher Perspektive, vielleicht ein Anreiz zum Selbstbau?
Bild unten rechts...dieses Modell hat auf sich steinreichen Gründen nicht bewährt.




Drill und Landung am Fluss



 

Die kleineren Niederungsflüsse in Norddeutschland und Dänemark besitzen nur eine geringe Gesamtbreite, von oftmals nur fünf bis sieben Meter.

Diesen Vorteil sollte der erfolgreiche Meerforellenfischer für sich zu nutzen wissen.

Hat der Fisch die Fliege oder den Spinnköder genommen, beendet das gegenüberliegende Ufer eine Flucht in diese Richtung sehr schnell und so kann die Meerforelle auf diesem Wege kaum eine Distanz

zum Angler schaffen.

 

Es bleiben also nur die Wege stromauf und stromab.

Hier besteht meistens die Möglichkeit einem flüchtenden Fisch zu folgen, um ihn an möglichst kurzer Leine

zu kontrollieren.

Die Ufervegetation in Form von Bäumen, oder aber auch ein einmündender Graben verlangen in einigen Fällen vielleicht ein paar artistische Fähigkeiten, aber ein zerrissener Hemdsärmel oder der Wassereinbruch im Watstiefel sind nur kleine Opfer, die man für einen guten Fang gerne bringt.

Der Verlust gerade sehr starker Fische begründet sich häufig in der Nervosität und Unerfahrenheit der Angler und der daraus resultierenden Fehler im Drill. Daher ein paar Zeilen zur entscheidenden Phase vor dem Abschluss eines erfolgreichen Angeltages am Fluss.

 




Warum ein Drill an kurzer Leine?

 

Meerforellen im Fluss machen im Drill ungern lange Fluchten und unterscheiden sich schon in diesem Verhalten deutlich vom Lachs.

Trotzdem unternimmt ein starker Blankfisch im Drill oft ganz plötzlich einen Richtungswechsel und setzt zu einer Flucht stromab, oder aber stromauf an.

Mit jedem vom Fisch erkämpften Meter Leine wird es für den Angler schwerer, die im Drill erforderliche und wichtige Kontrolle zu behalten.

 

Der Druck von der Rutenspitze zum Haken wird auf längerer Distanz schwächer und Meerforellen sind Spezialisten im Auffinden von Hindernissen, um sich vom Haken zu befreien.

Immer wieder versuchen sie im Drill unter die Uferkanten zu flüchten, ja sie bohren sich teilweise mit dem Kopf in den Grund.

Das Wurzelgeflecht der Bäume, die Pfähle von Uferbefestigungen und die natürliche Flussvegetation, sind entscheidende Gefahrenstellen, die immer wieder den Anglern eine Enttäuschung bescheren und dann meist sehr großen Meerforellen die Freiheit bringen.

 

 







Folgt der Angler aber dem Fisch, so kann er hier an kurzer Leine sehr wirkungsvoll gegensteuern.

Dabei sollte die Meerforelle aber immer konsequent und hart gedrillt werden, um sie möglichst hoch ins Freiwasser zu bringen, sie dort zu ermüden.

Nur hier befindet sich der Fisch in einer für uns Angler sicheren Position und jeder Ansatz zu weiteren Fluchten wird mit  Gegendruck der Rute unterbunden. Sehr schnell wird die Meerforelle auf diese Weise ermüden und kann somit sicher kontrolliert und geführt werden.

 

Schon vor dem ersten Anfischen eines Standplatzes sollte man sich daher die umliegenden Gegebenheiten einprägen, um rechtzeitig auf die Fluchten der Fische reagieren zu können.

Eine Brücke, oder aber eine unüberwindbare Ufervegetation, können das Folgen in Fluchtrichtung des Fisches auch verhindern und somit unmöglich machen.

In diesem Fall muss der Angler rechtzeitig reagieren und möglichst vor den Fisch kommen. Der dann auf Kopf und Maul ausgerichtete Rutendruck, sowie ein jetzt nicht mehr möglicher Leinenkontakt zum Körper des flüchtenden Fisches, ist meistens schon ausreichend, um die Meerforelle zu einem erneuten Richtungswechsel und somit wieder in eine kontrollierbare Position zu bringen.

Das Gleiche gilt natürlich auch für den im Drill spurtfreudigeren Lachs, der inzwischen auch in den kleineren Auen in wachsenden Bestandszahlen vorkommt und jederzeit auf die Fliege oder den Spinnköder einsteigen kann.











Der direkte Kontakt zum Fisch im Drill….

 

Natürlich sollte jeder Haken vor dem Einsatz kontrolliert und wenn nötig, noch einmal nachgeschliffen werden.

Kleine Tubenhaken fassen in der Regel sehr sicher und sind nach dem Landen eines Fisches oft nur mit der Zange zu lösen.

Aber viele Spinnköder besitzen einen recht großen Drilling. Und obwohl vorher scharf geschliffen und nach dem Anbiss komplett im Fischmaul sitzend, schlagen diese Haken häufig nicht durch und finden keinen entsprechenden Halt.

Daher erlebe ich es immer wieder das die Meerforelle, solange sie gegen dem permanenten Druck der Rute kämpft, einfach nur ,,Kneift''

Das bedeutet, sie hält einen nicht ins Fleisch eingedrungenen Haken mit geschlossenen Kiefern fest, öffnet aber bei nachlassendem Rutendruck die Kiefer und Fliege oder Spinnköder fallen einfach heraus.

Nicht wenige meiner in den letzten Jahrzehnten gefangener Fische öffneten im Kescher das Maul und die Fliege oder der Spinner fielen in das Gras, oder aber in die Maschen des Keschers.

Daher ist im Drill der permanente Druck auf den Fisch von bedeutender Wichtigkeit.

Die heutige Gesetzgebung erlaubt zudem an den meisten dänischen Auen nur noch den Einsatz von widerhakenlosen Schonhaken. Diese Haken verzeihen bei großen und schweren Fischen erst recht keine Fehler in der Drillphase. Nachlassender Rutendruck und eine erschlaffende Leine führen nun noch schneller zu einem Fischverlust. Führt der Fluchtweg zudem noch in die natürlichen Hindernisse wie Faschinen, einwachsende Baumwurzeln oder Krautfahnen, lies sich bei einem festen Sitz eines Widerhakens noch so mancher Lachs oder Meerforelle aus diesem Hindernis ,,Klopfen‘‘ und man konnte die schweißtreibende Situation mit Glück und Geschick noch einmal für sich wenden. Jeder versierte Flussfischer kennt aus eigener Erfahrung den immensen Zeitaufwand für den Fang kapitaler Lachse und Meerforellen. So ist ein kleiner drei Kilo Fisch nach einer Zigarettenpause vergessen, aber ein durch Unachtsamkeit verlorener acht Kilo Öring  gräbt sich noch lange Zeit schmerzlich ins Gedächtnis. 










Die sichere Landung…

 

Ein konsequenter Drill führt zu einer frühen Ermüdung und verhilft zum schnellen und sicheren Landen des Fisches.

Erst wenn der Fisch wirklich ausgedrillt und müde ist, sollte das Anlanden in Betracht gezogen werden.

Eine überraschende Flucht, ein plötzliches wildes Schlagen oder Wälzen, hat vielen schon sicher geglaubten Fischen in letzter Sekunde die Freiheit gebracht.

Mit der letzten und entscheidenden Phase im Drill, der Landung von Lachs- oder Meerforelle, sollte sich der Angler erst dann beschäftigen, wenn der Fisch sich kontrolliert führen lässt.

 

Hier bieten sich dem Angler folgende Möglichkeiten:

 

a.)  der Kescher

b.)  das Greifen von Hand

c.)  das Handgaff

 

Das Landen mit dem Gaff ist bei den meisten Anglern verpönt und an vielen Flüssen auch verboten.

Ich selbst trage immer ein kleines Jörgensen Gaff in meiner Tasche bei mir, habe es aber noch nie eingesetzt.

Trotzdem möchte ich für den Notfall gewappnet sein und würde es einsetzen, wenn es die einzige Möglichkeit wäre, einen wirklich starken Fisch aus schwieriger Position zu landen.

Korrekt in den Unterkiefer gesetzt, gibt es nur eine kleine, fast unblutige Wunde.

Die Handlandung dagegen ist in den Niederungsflüssen eine sehr schwierige Angelegenheit.

Die oft hohe Vegetationsdichte, abfallende Uferkanten und die Tatsache, dass sich Meerforellen per Schwanzwurzelgriff nicht so einfach wie ein Lachs tailen lassen, machen diese Landung in den meisten Fällen unmöglich.

Die für Meerforellen klassische Fangzeit in dunkler Nacht, erschwert eine solche Landung um einen weiteren Punkt.

So ist der Kescher am Fluss die beste Möglichkeit, einen spannenden Drill mit einer sicheren Fischlandung zu beenden.

 

Ein paar Worte zum Kescher…

 

Die Modell-Palette bietet viele Möglichkeiten und so hat ein einfacher und sperriger Teleskopkescher mit einer geringen Netztiefe, an der bewachsenen Uferkante oder in dunkler Nacht, noch immer Vorteile zur nackten Hand.

Aber wir sind Bewegungsfischer, mühen uns durch Unterholz, klettern über Zäune, drücken uns an Erlen und Weiden vorbei und spazieren an Ufern voller Disteln und Brennnessel. Die Uferbereiche der südjütländischen Auen sind flach auslaufend und an den höheren Abbruchkanten muss kein Fisch zum Kescher geführt werden.

Ein leichter und kompakter Kescher, der vom Angler fest fixiert am Rücken getragen wird, ist mit Sicherheit die beste Wahl für diese Art der Befischung. So kommen im deutsch/dänischen Grenzland überwiegend handgearbeitete Holzkescher zum Einsatz.

Mit dem Griff voran in einem Watgürtel steckend, sind sie beim tragen nicht zu spüren, fangen sich nicht in Hindernissen und sind blitzschnell mit einer Hand zu lösen.

 Mit einem Kopfdurchmesser ab 50 x 40 cm fassen diese Kescher ohne Probleme jeden  kapitalen Fisch. Wichtig ist eine entsprechende Netztiefe von ca.110 cm. Auch Meterfische gleiten, wenn sie sauber ausgedrillt sind, leicht über den Netzbügel in den Netzbeutel. Hohes Fischgewicht am kurzen Handgriff ( 30 cm ) des Keschers, überfordert schon einmal die Kraft des Handgelenkes und lässt die Hand mit dem Fisch im Kescher abknicken. Aber durch die Netztiefe ist der Fisch auch in dieser Situation absolut gesichert. Netze mit einer Maschenweite von 2,5 x 2,5cm  in Berufsfischer-Qualität halten Jahre und sind auch im oben benannten Gebrauch äußerst haltbar und stabil. Auch diese Kescher werden in unterschiedlichen Kopfgrößen und Grifflängen angeboten, so das sich für jeden persönlichen Geschmack, sowie für die unterschiedlichen Körpergrößen Modelle finden sind, die ihren Besitzer über Jahrzehnte begleiten.

 




Korrekte Handhabung…

 

Achten sie darauf, dass sich das Keschernetz in der Strömung geöffnet hat und völlig frei liegt.

Führen Sie den ausgedrillten Fisch zum Kescher und nicht den Kescher zu Fisch.

Kommen Lachs- oder Meerforelle in ungünstiger Position zum Kescher, reagieren Sie nicht überhastet und unternehmen sie einen weiteren Anlauf.

Ein überhasteter Versuch lässt den Fisch bei Berührung mit dem Bügel oder Netz häufig förmlich  explodieren.

Die Fische sollten daher immer sauber und leicht in das Netz gleiten und nicht mit dem Kescher aus dem Wasser geschaufelt werden.

In diesem Fall katapultiert sich der Fisch  in der Regel vom Netzbügel in die Freiheit, nachdem der Haken sich in den oberen Maschen verfangen hat.

Wie Sie meinen Zeilen entnehmen können, habe auch ich in den ersten Jahren dieser spannenden Fischerei viel Lehrgeld zahlen müssen und erlebe auch heute noch Jahr für Jahr, wie Einsteiger durch diese eklatanten Fehler schon sicher geglaubte Fische im letzten Moment verlieren.






Netzverletzungen


Netzverletzungen an den mit der Fliege oder dem Blinker gefangener Meerforellen sind heute eine eher seltene Erscheinung im Bereich der in die Nordsee mündenden Flüsse und Auen Dänemarks. Solche Netzverletzungen fanden sich vor zwei bis drei Jahrzehnten noch bei vielen anadromen Fischen und wurden in einigen skandinavischen Fangmeldungen sogar mit einer dafür extra vorgesehenen Spalte zum Eintrag gebracht. Der Aufkauf alter bestehender Netzrechte, sowie das darauf folgende Verbot zum Garnfischen in den Mündungsbereichen, hat inzwischen zu einer deutlichen Verbesserung geführt und somit sind Meerforellen und Lachse mit Garnschäden auf der Seite der  dänischen Westküste ein zum Glück seltenes Bild geworden. Früher zeigte eine hohe Anzahl der durch Netze verletzter Fische in einer realen Deutlichkeit, in welchem Maße die Meerforellen in den Mündungsbereichen der Flüsse in den Maschen der Kiemennetze verendeten. Die aufsteigenden Fische konnten den bis in Strommitte gestellten Netzen nur durch einen Slalomlauf entgehen und so wurden sie in großer Stückzahl abgefangen. Heute landen wir kaum noch Fische mit den unschönen Spuren der Netze und so zeigt sich der Erfolg netzfreier Mündungen in Form wunderschöner Blankfische im Fluss. Die hier eingestellten Fotos zeigen die klassischen Garnschäden, die sich bei kleineren Fischen meistens an der breitesten Stelle der Fischkörper befinden. Foto Nummer 1 und Nummer 2 von links zeigen eine blutende Verletzung im Bereich der Rückenflosse bei einem  kleineren  Sommerfisch, mit den typischen Druckspuren der Maschen auf den Flanken. Foto Nummer 3 zeigt einen starken Blankfisch, der bedingt durch seinem Körperumfang, schon kurz hinter den Kiemen fest in die Maschen eingeschlossen wurde. Diese Meerforelle konnte die Netzmaschen sprengen, die sich noch in Form tiefer Abschürfungen auf der Haut und den Kiemendeckeln zeigen, und danach in nunmehr oberflächlichen Hautverletzungen  in Richtung der Schwanzflosse verlaufen und somit den Weg aus dem Netz in einer Vorwärtsbewegung weisen. 

 






Fotos: Dennis Hansen, Heiko Döbler

Nachsatz:


 

Dieser Artikel  lautet  ,,Meerforellen im Fluss‘‘ 

Trotzdem wird in einigen Abschnitten auch immer wieder der Lachs benannt.

Dazu eine kleine Erklärung am Ende meiner Zeilen.

Durch das große Interesse der Angler am Lachsfang kommt es inzwischen nicht nur in den alten klassischen Lachsfflüssen  wie der Skjern Au und der Varde Au zu immensen Besatzmaßnahmen mit Lachs-Smolt, sondern selbst kleine Meerforellen-Auen werden inzwischen an der dänischen Westküste mit Lachs-Smolt besetzt.

So finden sich die Irrläufer der großen dänischen Flüsse, sowie der in die kleinen  Auen eingebrachte Lachs-Besatz, als große Rückkehrer auch verstärkt in den kleinen klassischen Meerforellenflüssen ein.

Für mich persönlich eine eher bedenkliche Entwicklung, die in diesen kleinen und empfindlichen Systemen zu einer Verdrängung der Meerforelle führen könnte.

Aber da der Lachs inzwischen zu einem festen Bestandteil der kleinen Flüsse geworden ist und somit auch in einem hohen Maße gefangen wird, findet er auch seinen Platz in diesem Artikel.

Auch wenn es bei der gezielten Befischung  von Lachs/Meerforelle im Fluss Unterschiede gibt, so entpuppt sich die vermeintliche Meerforelle nach dem Einsteigen auf die Fliege immer häufiger als ein kampfstarker  und häufig auch kapitaler Lachs. Und so werden mit einer einheitlichen Methode der Befischung mit der Fliege, immer wieder beide Fischarten in den dänischen Auen und Flüssen gefangen.

 





Bild 1: Typischer Lachsirrläufer aus einer kleinen dänischen Au.



Neue Bestimmungen zur Befischung der dänischen Auen


Außer der erst im Jahr 2012  in Kraft getretenen Schonzeit-Verlängerung sollte sich der

Angler auch mit weiteren neuen Bestimmungen bezüglich vieler Flusssysteme vertraut machen.

(z.B. Verbot von Widerhaken )

Die dazu ausgezeichnete Information der Dänen ist in diesem Beitrag verlinkt und bringt

zudem gerade für den Einsteiger interessante Infos und sehr schöne Beispiel-Zeichnungen.

Die deutsche Übersetzung stammt von Lars Östergaard-Jensen , dessen Bilder im

Partnerbereich zu finden sind.


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Heiko Döbler

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