Aktuelles 2013

 

Sønderjylland und Midtjylland in der zweiten Maihälfte…

 

Die kleinen Auen im Grenzland warten noch immer auf Regen und steigendes Wasser und so werden auch weiterhin nur ganz vereinzelt Lachse gehakt und gelandet. Die ersten Meerforellen tauchen jetzt ebenfalls in den Fanglisten südjütländischer Auen auf, aber diese bei dem extremen Niedrigwasser sehr fest einstehenden Fische, wurden fast alle mit Wurm und Pose gefangen. Aber auch im letzten Jahr kam der ersehnte Regen sehr spät und brachte uns dann einen Aufgang von Meerforellen, den wir noch lange in Erinnerung behalten werden. So bin ich weiterhin guten Mutes, dass die Fliegenrute  in den kleinen Auen bald zum Einsatz kommen wird.

 

Auch die klassischen Lachsflüsse Midtjülland’s zeigen sich in diesem Jahr mit einem späten und noch unter dem Schnitt liegenden Aufstieg. Aber ihr Wasserstand bringt noch Druck auf die Fliege und erzeugt eine fischbare Drift. Patrick Jeß, ein junger und sehr ambitionierter Fliegenfischer,  verstärkt zu unserer Freude das Team Nordguiding. Als leidenschaftlicher Skjernfischer konnte er Dirk und Frank zum ersten Fang führen. Nach einer ersten Einweisung in das Flussfischen, konnte Dirk am dritten Tag seinen ersten Skjern-Öring auf eine Tubenfliege von Patrick bringen und erfolgreich landen. Die wirklich sehr feiste Meerforelle hatte ein Schätzgewicht von ca. vier Kilogramm und wurde nach einem Foto wieder in die Freiheit entlassen. Wir dagegen befinden uns zur Zeit auf dem Weg zu einem kleinen Fluss in Midtjülland, der für seine zum Teil gewaltigen Meerforellen bekannt ist und hoffen, dass wir in Kürze von den großen Meerforellen der Karup Au berichten können.




Dirk E. mit Skjern-Öring in der 2. Maihälfte, von ca. 4 Kilo







Südjütlands Küste in der ersten Maihälfte…


Frühling, Wärme und man mag es kaum glauben, sogar die Rapsblüte beginnt im Norden. Wo waren diese Pflanzen noch vor einer Woche? Mit den ersten Tagen im Mai trafen auch die ersten Hornhechte an der Südjütland-Küste ein. Von vielen Anglern noch mit Verspätung erwartet, erschienen sie unbeeindruckt vom anhaltenden Winter, in gewohnter Pünktlichkeit. Zuerst noch verhaltend, stiegen sie hier und da auf Spinnköder und Fliege ein. Nach wenigen Tagen waren sie dann fast überall zu finden und sorgen nun langsam für eine zeitliche Verlagerung, für eine effektive Befischung der Meerforellen. Überall zeigen sich am Tage die typisch kreisenden Bewegungen der Hornhechte im Laichgeschehen an der Oberfläche. Für Einsteiger und viele Urlauber bietet die Vielzahl dieser leicht zu fangenden Fische die Möglichkeit einer sehr kurzweiligen Fischerei, mit vielen Kontakten und Drills, an möglichst leichtem Gerät. Aber etwas Wind und ein bedeckter Himmel verringern die Aktivität der Hornhechte oft wieder sehr schnell und so lässt sich auch zwischen den Schnäblern noch so manche Jütlandforelle an den Haken bringen. Aber wir freuen uns auch über die zunehmend hellen Stunden der Tage, denn nun nutzen wir wieder mit Begeisterung die langen und milden Abende, oder aber die frühen Morgenstunden, für das Fischen auf Jütlandöring.





 














Südjütland im Monatswechsel April/Mai…


Die nun schon seit Wochen anhaltende Trockenheit in Südjütland  hat die kleinen Auen in Rinnsale verwandelt, die sich nur noch träge und langsam durch Wiesen und Wälder bewegen. Die noch sichtbaren Hochwassermarken vom letzten Herbst, zeigen zum Teil eine Differenz von einem ganzen Meter an. Erneut fehlendes Wasser und noch fehlende Fische in der frühen Saison und somit wieder ein sehr zäher Auftakt 2013 am Fluss. Dennoch schleichen sich immer wieder einige Lachse im Schutz der Dunkelheit über die seichten Passagen und suchen sich Deckung und Einstand in den tiefen Löchern und Rinnen. Bei dieser geringen Wasserführung reagieren sie kaum auf Fliege oder Spinnköder, sondern stehen für uns unsichtbar und unbeweglich in den tiefen Passagen der Flüsse. Jørn, ein dänischer Freund, konnte in diesen frühen Tagen seinen ersten Blanklachs der Saison haken und  erfolgreich landen. Mit 94 cm Länge und einem Gewicht von 8,45 Kg ein drehrunder Aufgangsfisch. Nur wenige Tage später wurde ein weiterer Fisch von 7,00 kg gelandet. Die immensen Besatzmaßnahmen in Skjern, Varde und der Stor-Au, zeigen ihre Auswirkung auch weiterhin in Form klassischer Lachs-Irrläufer in den kleinen Meerforellen Auen. Mit hoffentlich bald steigenden Wasserständen, erwarte ich eine spannende Befischung mit der Fliege und einige große Lachse aus kleinen Flüssen.

 

 




Foto: Jørn Gjelstrup



Südjütland im späten April


 

Der Ausklang des Winters und nun vorherrschende konstante Temperaturen in der Luft und im Wasser, sorgen in diesen Tagen weiterhin für eine erhebliche und zum Teil auch sichtbare Aktivität unter den Meerforellen. Ob an der Festlandseite von Flensburg bis Haderslev, oder rund um die Insel Als gefischt wurde, von fast allen befischten Strandabschnitten gab es inzwischen Fangmeldungen von Meerforellen. So konnten  Freunde aus Berlin, Braunschweig und Hannover, die in diesen Tagen ihren Urlaub in Südjütland verbrachten, fast täglich neue Fangmeldungen von Grönländern melden. Aber auch in diesen Apriltagen führte häufig erst eine Suche von Strand zu Strand zum erhofften Erfolg und zeigte, Öringfischen ist Bewegungsfischen. Im Grenzland lebende Freunde konnten dabei wieder einige sehr schöne Blankfische in Stückgewichten von 3,5 Kg, 4,2 Kg und 4,5 Kg landen. Nach einen trägen Start und einem etwas schleppend anlaufenden April, nun endlich ein konstantes Meerforellenfischen in Südjütland. 

 

 




Patrick Jeß im Glück, im April 2013 fing er seinen 2. Überspringer von 71 cm und 4,18 kg in diesem Frühjahr




Tanja Pfeiffer mit Jütland-Öring im April 2013

 

Ein goldenes Händchen und den perfekten Riecher für die Situation hatte ein Freund aus der Region. Nach etlichen Fehlbissen und nur einem gehakten und gelandeten Fisch, wechselte Thomas von einer beschwerten Garnelenfliege  zu einer unbeschwerten kleinen Wurmfliege und zeitgleich zu einer extrem langsamen Führung. Zwölf gelandete Meerforellen beendeten diesen Nachmittag am Wasser. An zwei darauf folgenden Tagen, konnte Thomas weitere zehn Grönländer und einen Überspringer von 3,5 Kg auf diese Weise überlisten.. Der Grund dafür waren nicht sichtbare Nereiden-Schwärme, (Seeringelwürmer) die den vom Gesamtfang zur Entnahme ausgewählten Meerforellen den Bauch füllten. Schon das leichte Jiggen einer beschwerten Fliege und eine für nur langsam dahintreibende Nereiden zu schnelle Führung, vereitelten in diesem Fall zuerst einmal eine erfolgreiche Befischung. Die beschriebene Umstellung führte zu einem Paradebeispiel im Falle einer selektiven Nahrungsaufnahme der Fische und sorgte bei unseren wöchentlichen Treffen wieder einmal für anregende Diskussionen und die Erkenntnis….Öringfischen unterliegt keinen festen Regeln.

 

 








Fotos: Nereiden-Öring im April von Thomas Jansen



19.04… Seeringelwürmer ( Nereiden) schwärmen in Südjütland


 

Wie aus dem Nichts finden sich seit einigen Tagen große Ansammlungen schwärmender Seeringelwürmer in den Fjorden und Buchten Südjütlands. Das Schwärmen erfolgt von Fjord zu Fjord in unterschiedlichen zeitlichen Perioden, unter einem scheinbaren Einfluss von Temperatur und Strömung. Das oberflächennahe Paarungsverhalten wird oft schon von großen Ansammlungen auf das Wasser stoßender Möwen angezeigt, die sich in den Nereiden-Schwärmen den Bauch füllen. Das Auftreten der sich paarenden Seeringelwürmer erfolgt sehr plötzlich und lässt sich nicht vorhersagen, daher werden es viele Angler nicht einmal zu Gesicht bekommen. Zudem hat der anhaltende Winter sicherlich auch zu einer Verzögerung einer ,,Wurmhochzeit‘‘ geführt. Wir selbst hatten nur eine einzige Sichtung, aber vorherrschende Strömung hatte die Würmer weit aus jeglicher Rutendistanz getrieben und so blieb es bei einer Beobachtung jagender Möwen, die sich über den Schwärmen sammelten und Meerforellen, die sich immer wieder an der Oberfläche zeigten. So kommen nun auch immer häufiger Meldungen von mit Seeringelwürmern prall gefüllten Magensäcken gefangener Meerforellen, während von uns gefangene Fische noch keinen sichtbaren Mageninhalt aufweisen konnten. Ich selbst messe diesem kurzen Massenauftreten von Nereiden keine große Bedeutung zu. Eine selektive Nahrungsaufnahme in einem kurzzeitigen Nahrungs-Überangebot, kann eine erfolgreiche Befischung ohne weiteres auch erschweren. Dagegen wird ein einzelner Seeringelwurm, beziehungsweise sein Imitat in Form einer Fliege, das gesamte Jahr eine willkommene Beute für jede Meerforelle sein.

 

 

 










Saisonstart an den dänischen Auen am 16. April…


 

Trotz einiger milder Regenperioden im Januar, mit zum Teil erheblichen Hochwasserphasen, kam es im Anschluss zu den bis Anfang April  anhaltenden Frostperioden mit Schnee und Eis. So war eine Prognose für einen frühen Aufstieg von Lachsen in den kleinen Flüssen sehr unsicher. Aber der erste Blick auf Pegelstand und Flussufer war dann schon ausreichend. Die kleinen Auen reagieren auf fehlenden Regen ausgesprochen sensibel und so begannen wir nach einer ersten Prüfung der Wasserstände erst gar nicht mit einer Befischung. Die Hochwasserphasen haben die meisten Kelts zum Glück früh abwandern lassen und die darauf folgende Kälte und das Niedrigwasser verzögern den Aufstieg der ersten Lachse. Da eine Befischung nicht lohnenswert war und bis auf einige letzte Kelts keinen nennenswerten Fische gefangen wurden, haben wir die Zeit am 16.04. und  17.04.genutzt, um neun von uns befischte Auen, beginnend im deutsch dänischen Grenzland, bis zur alten Stadt Ribe anzufahren und zu begehen. Der Befischungsdruck hat sich dort nur unwesentlich erhöht, war in den meisten Auen sogar gleich Null. Der Lachsrummel der Skjern mit 1000 Anglern am ersten Tag, färbt zum Glück nicht auf die kleinen Auen ab und somit erwarte ich auch wieder für diese Saison, ein qualitativ hochwertiges Lachs- und Meerforellenfischen auf zum Teil ungefischten Strecken.

 

 

 











Jütlands Meerforellen, Mitte April…


 

 

Endlich, die Nachtfröste sind verschwunden, die Wetterlage hat sich stabilisiert und das südliche Dänemark zeigt sich mit Lufttemperaturen von acht bis zehn Grad am Tage. Die Wassertemperatur ist inzwischen auf teilweise sieben Grad angestiegen und beschert uns nun wieder ein gutes Öringfischen. Trotzdem müssen die Meerforellen von uns erst einmal gesucht und gefunden werden, bevor es zu einem möglichen Fangerfolg kommen kann.  Aber wenn sich Grönländer einfanden, zeigten sie sich häufig in einer Oberflächenaktivität, bei ihrer Jagd auf Kleinfische. Die Meerforellen konnten zum Teil auf Sicht befischt werden und waren an diesen Tagen völlig unempfindlich, in Bezug auf angebotene Fliegenmuster. Selektivität war nicht angesagt, da die Energiereserven  langsam aufgezehrt sind und Kleinnahrung noch knapp ist. Unterschiedliche Fliegenmuster wurden ohne zu zögern von den aktiv jagenden Fischen genommen. Die langen und nahrungsarmen Winterwochen hinterlassen bei den jütländischen Grönländern häufig einen deutlich sichtbaren Substanzverlust. Zudem fehlte an diesen Tagen auch noch immer das Kleinleben im Flachwasser vor den Stränden. Hier und da schlängelt sich zwar ein einsamer Borstenwurm über dem Sand, aber Tangläufer, Garnelen und Kleinfische sind noch Mangelware und so zogen die Grönländer-Trupps bei ihren Jagdzügen auch sehr schnell weiter und waren meist nach einer knappen halben Stunde wieder verschwunden.

 

 










Jütlands Fjorde, Anfang April….



Die nächtlichen Temperaturen lagen Anfang April noch bei drei bis fünf Grad minus und in den Schattenlagen der Strände, war in vielen Bereichen eine Schneedecke zu sehen. Leichte Eisbildung am Morgen im Flachwasser, sorgte nicht gerade für Zuversicht für einen Fangerfolg. Aber zu unserer Verwunderung brachten die sonnigen Stunden des Tages Temperaturen bis zu fünf Grad plus in die von uns befischten Strecken. Es sind ausgedehnte Flachbereiche, deren Seegraswiesen sich hunderte Meter in den Fjord ziehen und somit von der Frühjahrssonne schnell erwärmt werden. Bei einer Befischung vom Ufer kann nur ein ganz geringer Teil dieser ausgedehnten Strecken beangelt werden, obwohl sie sehr gut zu bewaten sind. Aber der Rand einer Wathose setzt dann schnell eine Grenze. Die eingesetzten Kajaks dagegen ermöglichten eine effektive Befischung und führten uns in Bereiche, die sich bis zu fünfhundert Meter vom Ufer befanden. 

 

 




 

Von keinem Watangler je berührt, konnte Patrick auf diesen Strecken sogar einen kleinen Heringsschwarm beobachten, der sich vom Kajak nicht beirren lassen wollte. Die Meerforellen taten sich an diesem Nachmittag aber noch etwas schwer und erst ein kurzer Wechsel von der Fliegenrute zur Spinnrute, brachte Tom einen Fisch und den einzigen Fangerfolg. Nur zwei Stunden später beendete unsere nördliche Region mit erneuter Kälte und Wind den ersten Kajakeinsatz und trieb uns mit kalten Fingern ans Ufer.














Anhaltender Winter in Südjütland



Südjütland befindet sich seit dem Jahreswechsel 2012/2013 im Griff eines nicht ungewöhnlich harten, aber dafür anhaltenden Winters, der uns immer wieder Minusgrade und Ostwindlage beschert. Wassertemperaturen von 0 bis 2 Grad sind in den letzten Wochen die Regel und nur in zwei kurzen Perioden war in den Fjorden ein Anstieg auf 4 Grad zu verzeichnen. Trotzdem wurde unter diesen schwierigen Bedingungen gefischt und vereinzelt auch gefangen. Aber drei bis vier Fischtage für einen kleinen Grönländer erfordern schon viel Disziplin und eine Portion anglerischen Wahnsinn,  im positiven Sinne. Hier sind uns die ostholsteiner Kollegen mit ihren frühen Fängen deutlich überlegen, aber der schleppende Saisonstart ist ein bekanntes Merkmal der südjütländischen Küstenlinie. Die wenigen Sonnentage mit einem Ansteigen der Lufttemperatur von bis zu dreizehn Grad, veränderten die Bedingungen schlagartig zugunsten der Angler. Die Sonne zog die Meerforellen in die Viken und in die Flachbereiche der Strände und somit in eine für den Angler erreichbare Distanz. Wer diese Perioden für sich nutzen konnte, erlebte auch bei nur zwei Grad Wassertemperatur, seine vielleicht persönliche Sternstunde des Jahres 2013. 






Patrick Jeß mit Überspringer von 4,85 Kg, im März 2013





Fotos: Patrick Jeß, Thomas Jansen

So wurden in den drei warmen Tagen des ersten März-Wochenendes drei Überspringer von 4,85 Kg, 5,0 Kg und 5,2 Kg gehakt und gelandet, die eine für diese Region wirklich nicht alltägliche Größe zeigten. Aber nur zwei Tage später erfolgte ein erneuter Kälteeinbruch mit  Schneefall, Starkwind und Temperaturen bis zu elf Grad minus. An den windstillen Tagen findet sich nun wieder eine dünne Eisdecke auf den Viken und Nooren und der Winter streckt ein hoffentlich letztes Mal seine Fühler in Südjütland aus.