Reiseberichte

 

by Martin Laub


Schottland 2013


 

 

 

 

Sonntag, 1. September

Irgendwas geht immer schief ...
Ich war mit 2 Gepäckstücken (ohne Zuzahlung ! ) problemlos nach Aberdeen geflogen, fröhlich pfeifend zur Autovermietung gelaufen - und nun meinte die Dame bei AVIS, dass ich statt des bestellten Hyundai SUV mich mit einer Mittelklasse-Limousine zufrieden geben müsste, sie hätten noch nie ("never ever") derartiges in ihrem Fuhrpark gehabt, ich solle mich doch bitte an meinen Vertragspartner in Deutschland wenden... War schon mal jemand in einer Warteschleife - mit einem Handy von Schottland aus? Ich hab es kurz erwogen, dann verworfen und bin dann nach 30 min sinnloser Diskussion zum Auto - direkt daneben stand allerdings ein weißer Hyundai ix35, jedoch mit Vollausstattung. In meinem Reise-Dschumm dachte ich da wohl irgendwie, dass das ein Mitarbeiterwagen sein wird, schließlich hatte sie ja gesagt ... never ever! Heute würde ich ... aber dazu später mehr ! 

Warum der Stress? Ich wollte mit Laurence am Findhorn fischen - und wenn in der Beat-Beschreibung bereits darauf hingewiesen wird, dass dieser teilweise nur mit 4x4 - Fahrzeugen zugänglich ist...
Nach 3 Stunden Fahrerei und einem haarsträubenden Fahrmanöver meinerseits gesund am Haus angekommen, letzte Woche kein einziger Fisch, Wetterprognose hochsommerlich, morgen kommt der Ghillie und zeigt uns den Beat:

Lethen Estate
Alles wird gut!

Sicher nicht optimal, aber das Leben könnte ja auch NOCH schlimmer sein, nicht wahr? 

Viel Glück und ich bin mehr als gespannt, habe den Fluss vor zwei Jahren im Winter mal genau in Augenschein genommen, traumhaft schön und viele Fische beim Spawning gesehen!

 

 

 

 

Montag, 2. September

 

 

Um 9:00 Uhr holt uns Iain, unser Ghillie für die beiden ersten Tage, am Haus ab und gemeinsam fahren wir zunächst zum Daltra Beat, wo ich meinen Spaßwagen -angesichts der Wege- meilenweit von der eigentlichen Strecke entfernt abstellen muss... 

Iain legt uns angesichts des Wasserstandes (seit 2 Wochen kein Regen) Einhandruten nahe und ist dann baff erstaunt, als ich meine bislang ungefischte T&T DH1006 hervorzaubere - was ich so alles besitze !!

Ich fange am Loop an




hab dann die beiden anderen besucht





gemeinsam stromab





auf niedlichen Trampelpfaden




zu unglaublich schönen Pools




die alle schön zu befischen wären, wenn es denn mehr Wasser geben würde ("we need a wee bit of water")





Am Sand Pool ist zunächst mal Schluss...und bei 24°C macht das Laufen in Watklamotten auch richtig Spaß !



Es zeigt sich auch Fisch, insbesondere am Sand Pool im Totwasser, jedoch nicht unbedingt in Beissfreude.


Auf abenteuerlichen Wege geht es zum Mini Daltra Beat





bevor wir am Maharajah Pool zum ersten Mal auf einen anderen Angler stoßen - der aber natürlich von der anderen Seite aus fischt, denn die paar Kilometer des linken Ufers befischen wir schließlich alleine ...




Die Wetteraussichten sagen Regen für Mittwoch voraus ...

 

 

Dienstag, 3. September


 

Morgens beim Frühstück fällt mein

Blick auf das hier:


 

 




Ein Zeichen?

Wir fangen am Black Pool an, dort steht auch bei Niedrigwasser immer Fisch hinter / unter einem größeren Findling in der Kurve. Iain sieht eine Flosse unter dem Stein hervorluken, ich seht mit meiner schwarzen Pol-Brille nix und mit seiner kupfer-farbenen Brille zumindest mehr - aber keine Flosse...







Poolauslauf





Danach geht es rein in die Gorge (Schlucht)
das Ganze nennt sich wohl "pocket water fishing"
weil die Pools von überschaubarer Größe sind...







Im Plunge Pool (das sind die 6-7 m von rechts nach links) fang ich an, wobei das Fischen darin besteht, die Fliege (eine Micro Frances) von links nach rechts und von rechts nach links treiben zu lassen - und kriege doch glatt einen kleinen Reinhacker !!

Ich lass die Fliege dran, fische 2 weitere Mini-Pools
überlass diesen Streckenabschnitt Laurenceund plötzlich ist doch glatt ein Lachs am Haken !! Hab mich inzwischen nicht nur aufgerichtet, sondern auch hingestellt, könnte ja jetzt nach den beiden rufen, wär aber doch irgendwie uncool, hört sich so nach "Hilfe! Hilfe!" an - aber zum Glück bemerken sie es nach etwa 30 Sekunden auch. Laurence fragt dann höflich, ob er denn mit meiner Kamera ...  


Ja, aber um Himmels Willen, es gibt doch jetzt nichts Wichtigeres auf dieser Erde, als diesen historisch bedeutsamen Moment für die Ewigkeit festzuhalten !

EIN FISCH !!!!!! BEI MIR !!! IN DIESEM SCH...JAHR !!!





Ich krieg den Fisch nicht hoch und nicht zu Gesicht, obwohl ich mich eigentlich für einen Anhänger des forcierten Drills halte.
Nach 5 min hakt er sich an einem der im Flussbett liegenden Felsbrocken aus ...


Der Altnahara Beat ist von atemberaubender Schönheit...





wir bewegen uns auf schmalsten "Wegen" in luftiger Höhe...





stromabwärts...fischen kleinste Pools




wie die Indianer...




auch mal in einem etwas größeren Pool...




so wie den hier...




oder den...




a wee bit of water wär nicht schlecht !!




Das hätten heute jedenfalls meine Glücksbringer sein können!

Mittwoch, 4. September

Die Sonne scheint, nix Regen!

Morgens stell ich fest, dass meine Windstopper - Jacke fehlt, die ich gestern an meiner Phototasche festgeschnallt hatte, die Verschlüsse sind offen. Hoffe darauf, dass es am Anfang der Strecke gewesen sein mag, kraxele im Ergebnis allerdings fast 2 Stunden den Altnahara Beat noch einmal fast komplett durch, bis ich sie wiederfinde - brauche hinterher am Auto 20 min, um wieder durchzutrocknen...






Fahr dann zum Delta, fische einige Muster durch,
auch eine Hitch...


bis Laurence am Nachmittag auftaucht, der seine Frau zum Flughafen nach Aberdeen gebracht hat. Bin völlig erschossen von meinem Gewaltmarsch, 16:30 Uhr ist Schluss, was selbst die Schafe vor unserem Haus erstaunt.

 




Donnerstag, 5. September

Es hat geregnet! Ungefähr 15 Tropfen befinden sich auf meiner Windschutzscheibe, wenn ich mich nicht verzählt habe ...

Ich steig über den Middle Path in den Beat ein - mein lieber Schwan, nichts für Leute mit Höhenangst !!
Am Black Pool in der Kurve begrüßt mich ein springender Lachs - und weil es windstill ist, auch Bataillone an Midges...

Ich verzieh mich in die Schlucht, da hab ich meine Ruhe vor den Quälgeistern






fische alles durch, nehme das zur Kenntnis und geniesse die Landschaft.






Wir probieren wieder manches aus...sind aber doch irgendwie nicht so richtig zuversichtlich.








Wie hören am frühen Nachmittag auf, ich fahr mal eben nach Aberdeen, um endlich den richtigen Wagen abzuholen ...

 

Freitag, 6. September

Neuer Wagen, neues Glück!


Es hat wieder leicht getröpfelt, die dunklen Wolken rasen über uns hinweg, das bringt aber alles nichts...

Wir fischen Daltra, hier und da springt ein Lax im Totwasser, manchmal hätt ich jetzt gerne eine Spinnrute!!
Ich fisch stattdessen eine Collie Dog, drück die Fische aber nur weg.
Seit Mittwoch Halsschmerzen, nun läuft die Nase aber so richtig - ich leg mich ins Bett ...

 

Samstag, 7. September Middle Path runter, es regnet, alles ist wie Schmierseife. Dafür begrüßen mich die Wanderfalken, die in der Schlucht gebrütet haben. Gleich hoch zum Black Pool, dort stehen 1 Lax und 1 Grils !! Indianermäßig angeschlichen, durchgefischt, nix. Kleine Kontrolle: Der Grils ist noch da! Ich geb ihm eine Pause. Rüber zum Plunge, die Steine sind dermaßen rutschig, dass ich mir wie ein 80jähriger vorkomme, wie ich da so lang krauche... Im Haus schnell ein Stück Pizza gegessen, wieder zurück über den Middle Path, die Falken sind immerhin noch da - und auch der Grils!! Um es kurz zu machen: Ich hab ihn irgendwann direkt angeworfen, nur um zu sehen, ob ich einer optischen Täuschung erlegen bin - dann war er aber doch irgendwann weg ...




Das war es mit dem Fischen in Lethen. Abends geht es...




Sonntag, 8. September

Laurence muss zurück nach Deutschland, ich treff mich mit Heiko und Sanne, die gestern in Frankfurt einen Abbruch des Landeanfluges nebst anschließender Notlandung hinter sich gebracht haben - alles gut ausgegangen!

Wir fahren an die Mündung des Findhorn, wo es dann tatsächlich so aussieht, wie man sich Schottland halt so vorstellt:










Gemeinsam geht es in unser neues Haus, wo uns die gerade eingetroffenen Gerd und Willy empfangen.
By the way: Am Sonntag wird in Schottland generell nicht gefischt!

 





 

 

Montag, 9. September

 

Der Tag fängt bescheiden an, beim Duschen entdeck ich 2 Zecken am Arm und auf dem Rücken, die erste will sich auch nicht so leicht entfernen lassen - irgendwie ein mulmiges Gefühl... Ich fisch mit der Gerd und Willy, die sich eine Rute teilen, den Middle Beat von Logie, während Heiko und Sanne die beiden Beats von Coulmony fischen. Der Riverkeeper zeigt mir Duillan, einen der besten Pools, ein schönes "V" nach einer längeren Rausche.




Man steht allerdings genau auf Höhe des "Vs", wie soll mandenn da sauber präsentieren?






Ich nehm mir vor, diesen Pool noch mal anders zu befischen, wandere aber zunächst weiter stromab...bis zu Randolf´s Leap einer Schlucht, die sich allerdings von unserer Seite aus nicht befischen läßt, wenn man nicht akut suizidgefährdet ist.

 







Nach dem Mittagessen im Olive Tree Cafe muss ich schnell nach Forres in den Angelladen fahren und mir eine neue Pol-Brille kaufen, weil mir anscheinend irgendein Ast die nur aufgesteckte Brille beim Stromern durchs Unterholz vom Kopf gewischt hat.
Ich kauf mir für einen schlanken Taler eine Pol-Brille von
AIRFLO. Eigentlich mag ich ja so ein Billig-Zeug aus Fernost nicht, bei der die Verpackung teurer aussieht als der Inhalt, hab sie deshalb auch nicht bei mir im Programm - bin aber am Schluß der Reise doch schwer beeindruckt. Für das Geld schlichtweg unschlagbar !!!

Ich such auf unserer "nur" 1,8 km langen Strecke Gerd und Willy, 
finde sie weiter oben und pass sie dann wieder an dem Pool ab, den ich morgens schon befischt hatte. Gerd fischt allerdings hinter dem Pool im Totwasser, dort, wo die Strömung bereits zum Erliegen gekommen ist. Ich will ihm gerade zurufen, dass er 20 m höher fischen soll, als ...


Ich sag besser nix mehr ! Kein neuer Rekord für den Findhorn, aber uns allen dermaßen schnuppe!





Später steig ich 30 m höher in den Fluß ein, um das V "richtig" zu befischen - ein Lax hackt auf die Conehead Cascade, 2 sec später springt er, um sich den Störenfried -mich- anzugucken. Ich fisch noch einige andere Pool, komm zurück zum Duillan, hab noch einen Biss, geh aber wieder leer aus...
Ist irgendwie mein Glücksjahr...

Dienstag, 10. September Wir fangen am Cairnglass Beat an, wunderschöne Pools, ich hab einen Take unterhalb des Cairnglass Pools , kraxele dann über den Berg mit Blick auf den Logie Road Pool (Back Eddy) fische einen kleinen Spiegel oberhalb von Logie Stream, kraxele auf den terrassierten (!) Wegen wieder zurück, gönn mir mein Mittagessen, fisch den Home Beat fast komplett durch... 






bis zum Garden Pool, staune angesichts der Parkanlage dort darüber, wieviel Geld manche Leute haben - und hab in den Baumwollsocken, die ich heute probeweise mal angezogen habe, erstaunlich kalte Füße, zumindest jetzt einen Grund, zum Kaffeetrinken ins Haus zu fahren...

Mit Freundin telephoniert, es pladdert, ich mach jetzt einen Neustart! Ich fisch den Rage fast ausschließlich mit einem 10´ Slow Sink Poly, hatte meinen einzigen ernstzunehmenden Kontakt allerdings auf die 10´ Clear Intermediate Variante. Also Umbau - und da mir der große Andreas so von der Kombination mit einem 14´ Poly vorgeschwärmt hatte, gleich die lange Variante - und wenn ich schon dabei bin, auch noch Rainers Pups-Fliege:





Es kommt wie es kommen muss, 5. Wurf im Logie Road Pool, die Schnur treibt im Back Eddy auf mich zu (!), ich will liften - Fisch!
By the way: Scheint irgendwie das Geheimnis dieser Fliege zu sein, man merkt den Biss nicht, die wird anscheinend nur inhaliert...

Ruhiger Drill - bis zum ersten Landeversuch! Die Bremse steht auf 5 Klicks (ich hatte nach dem verlorenen Fisch um 1 erhöht), fängt aber die anschließenden Fluchten problemlos ab - ich liebe Danielsson-Rollen!! Irgendwann gibt sich die Lax-Dame geschlagen. 
83 cm 


Ein Zufallsfisch, der offensichtlich Mitleid mit mir hatte. Egal ! 




Mittwoch, 11. September

Es pladdert...

Das letzte Mal unten am Middle Beat









oben bei Willy, ganz oben, höher geht es jetzt aber auch nicht!

Noch mal den Duillan - nix, wobei mir gerade einfällt, dass Gerd weiter oben einen Grils verloren hat..







In Danielsson we trust!

Donnerstag, 12. September

Heute geht es wieder auf die Hausstrecke...







Blick aus dem Fenster und Blick von der Terrasse...

Am Sand Pool angefangen - 3. Wurf ein Grils, der sich locker einkurbeln läßt und dann "abfällt", kurz danach springt ein Lax von 7-8 kg einige Meter vor mir aus dem Wasser ... 




Mittags einen "Reh-Burger" gegessen, wieder hoch an den Cairnglass Pool, dort wieder einen schlanken Grils, der aber abgehakt werden will. Schnur kontrolliert, alles chic, weiter gefischt. 10 Würfe später steigt ein Lax von vielleicht 70 cm ein, kommt hoch, schlägt - und ist ab. Ok, that´s life!




3 Würfe später will ich die Fliege kontrollieren, wirft sich so merkwürdig - nix Fliege!
Dussel, man sollte bei einer Tubenfliege schon das gesamte Vorfach kontrollieren und nicht nur den Teil oberhalb der (wieder auf den Haken gerutschten) Tube...

Es fängt mächtig an zu pladdern, 19:30 Uhr ist Schluss.




Freitag, 13. September



Ich liebe diese morgendliche Aussicht ... 




…Gerd und Willy den Weg zum Home Beat gezeigt. Und wo ich jetzt schon mal da bin ...

400 m höher zum Sand Pool, wo mich gestern der Große "begrüsst" hat, am Ende des weißen Wassers eingestiegen, im einhändigen "Switch Cast Modus" den Polyleader jeden Wurf um 30 cm verlängert, alle 5 sec ein neuer Wurf, 2/3 des Schusskopfes draussen - fest! Fisch kommt für einen Sekundenbruchteil hoch - den hab ich gestern schon mal gesehen - stellt sich dann sofort zurück ins schnelle Wasser und bleibt dort tänzelnder Weise stehen.

Nun, dieser Einladung zum Tanz kann ich natürlich nicht widerstehen (würd ich mir mit Handballen-Bremse allerdings nicht zutrauen), aus dem Wasser raus, 5-6 m stromab gegangen, Rute flach über dem Wasser Richtung Ufer, Fisch 4 - 5 m weg ...

Ganz so heftig hatte ich mir die nachfolgende - nun ja: Explosion - nicht vorgestellt, Schnur ist noch links vor mir im Wasser, als der Fisch mit affenartiger Geschwindigkeit 10 m weiter rechts, zweimal springt, dann noch mal - mein lieber Schwan !!! 5 min später kann ich die Lax-Dame dann aber doch beachen:





87 cm, Silver Stoats Tail

Nachmittags bin ich gegen 14:00 Uhr am Logie Steam Pool, als die Lachse wie auf ein Kommando plötzlich anfangen zu springen, alle 30 sec kommt ein Fisch raus, teilweise große Dinger im Bereich 7-8 kg. Bin etwas ratlos, hört gar nicht mehr auf ?!? Ich will jetzt trotzdem einen frischen Kaffee, lauf zum Auto zurück, werf von oben einen Blick auf einen Pool - das Wasser ist extrem gestiegen, bestimmt 40 cm, ohne dass ich es oben gemerkt hätte...

Nach der (allerdings kurzen) Kaffeepause wieder hoch an den Cairnglass Beat, auf eine größere Frances gewechselt, 2 heftige Bisse, keiner bleibt hängen. 
Stromab gefischt, auch im Kehrwasser , nix!




Samstag, 14. September

Früh raus, bei fallendem Wasser müsste heute was gehen...

 

Hoch zum Logie Stream...





Im Logie Boat Pool steigt beim Strippen ein Lax ein, hackt zweimal, Anhieb - weg!
Was macht man eigentlich bei so einem Biss? 




Weiterstrippen ja eher nicht - in Schockstarre verfallen?
Werde weiter an mir arbeiten...





Willy




Weg zu nächsten Pool

Wir fahren später noch mal zum Cairnglass Pool doch irgendwie wollen die Fische heute nicht so - und die Luft ist auch raus!

2 Wochen Fischen - bin ziemlich erschossen!

 







Sonntag, 15. September

 

Regen schadet nie - wir fahren zum Dee !

Wir beziehen unser Haus in Inverey: The Knock
Gerd und Willy, die die Strecke nicht kennen, nachmittags die verschiedenen Pools gezeigt - so wenig Wasser hab hier allerdings noch nie erlebt...









Montag, 16. September

Zum oberen Teil der Strecke gefahren...

Wasser ist viel zu niedrig...die Pools sind auf wenige Quadratmeter geschrumpft und bei dem heulenden Wind kaum fischbar.





Je älter man wird, desto mehr Ordnung braucht man...




Zum letzten Pool auf der unteren Strecke gewechselt, nach 5 Würfen aufgegeben, der Wind ...

treibt Fizzel-Regen heran...

oder sorgt für Sonnenschein.






Ich besuch Gerd und Willy, die auch keinen Kontakt hatten... 





Dienstag, 17. September

Nachts hat´s wieder geregnet, hoch an den Yelt, der sich sogar befischen läßt.
Stromab zu den Rockies, die aber eher nicht fischbar aussehen.

.auch am Canadian Camp Würfe gemacht...






Beim Kaffeetrinken Archie, den Ghillie von Crathie, getroffen: 3 Fische gestern!! Frisch motiviert erst Victoria Bridge durchgefischt und dann weiter runter zu einem der tiefen Pools, Power House. Beim Verlängern / Abziehen bemerk ich, dass die Bremse sich anscheinend verstellt hat - 7 Klicks, das wär dann aber lustig geworden, denk ich so fröhlich pfeifend bei ... Tock, tock - Anhieb, hängt für 2-3 sec, ab!

Nun bin ich eigentlich ein relativ ausgeglichener Mensch, der sich eher selten über sich oder andere ärgert - aber so einen Sch... hab ich in den letzten Wochen noch nicht verzapft!!!
Wie kann man so blöde sein, das war ein totsicheres Ding !!!

Sah bestimmt gut aus, wie ich da im bauchnabeltiefen Wasser mit dem Fuß aufgestampft bin und die Rute ins Wasser werfen will...

Mit der beruhigenden Gewissheit, dass man am Tag maximal 1 Chance hat, noch einige andere tiefe Pools weiter unten abgefischt




Mittwoch, 18. September

Morgens auf Hirschpirsch...

auf dem Rückweg haben wir sie dann springender Weise unmittelbar vor dem Auto - ganz schön groß, so ein Stück Rotwild !!








Alle möglichen Pools durchgefischt, bei dem Wind machen die meisten Pools keinen Spaß. Nachmittags am Dalvorar mich mit snake rolls ausgetobt, einen letzten Wurf könnt ich ja noch machen - hängt fest! Dong, dong - ab! Natürlich wieder Rainers Fliege, bei der man die Bisse nicht merkt... 





Donnerstag, 19. September

Um 7:30 Uhr setzt Landregen ein - und hält an!
Mit Rainers Fliege 2 Zupfer - und ein kurz rauskommender Lachs, dem ich die Fliege anscheinend direkt auf den Kopf geworfen habe...

Fliege gewechselt, runter zum Princess, schöner Swing: Biss, ruck, zerr - und ich mach nix, lifte dann nach 5 sec die Rute - geht doch!




70 cm

Nachmittags hört der Regen auf - und die Midges greifen an! Kann einen wirklich wahnsinnig machen !!! Die Scheiß-Viecher krabbeln in die Ohren, in die Nase, hilft nur Vollvermummung !!




Freitag, 20. September

Der allerletzte Tag - ich bin so satt!!

Das Wasser hat die richtige Höhe, fange Pool 1 an, dann 3, besuch Gerd und Willy, der einen Fisch verliert, am Dalvorar
und Princess





Nachmittags hat der Wind bestimmt 7 bft., ich erwisch trotzdem meine erste "richtige" Bachforelle von 20 cm - 25 cm Länge am Yelt, es ist 15:00 Uhr, ich hör auf!!

 




Hatte Anfang der letzten Woche mal meine federleichte 12´ LOOP Cross S1 #7 in die Hand genommen - und nach einigen Würfen wieder weggelegt.
Was für ein furchtbar schwerer, steifer Knüppel !!!

Rute: T&T 10´ Zweihand Klasse #6
Rolle: Danielsson L5W 6Nine
Schusskopf: AIRFLO Rage in 23 g / 8,70 m
Runningline: AIRFLO Ridge 20lbs.
Backing: 200yds GSP 30lbs
Polyleader: 14´clear intermediate (passt am besten)
Tippet: 0,33 mm Stroft FC1




Habe fertig!!

 

2 Wochen sind ok, 3 Wochen mach ich nie wieder - versprochen!
Martin 




Südschweden einmal anders…



Norwegen, Patagonien, Canada oder Russland, für jeden Fliegenfischer und für alle Freunde  der anadromen Salmoniden sind das wohlklingende und bekannte Namen. Sie üben auf uns einen großen Reiz aus, aber gleichzeitig erfordert eine Befischung in diesen Ländern auch eine zum Teil sehr umfangreiche  Vorbereitung und im ganz Besonderen…einen gut gefüllten Geldbeutel. Wo aber findet der Fliegenfischer mit den Anforderungen…kleines  Budget, keine Reise um die halbe Welt, Erwerb einer günstigen Fischereierlaubnis für ein Gewässer, dass trotz niedriger Preise eine Chance auf den Fang kapitaler Salmoniden bietet…in der heutigen Zeit noch ein erstrebenswertes Ziel? Sie sagen sich jetzt vielleicht, das ist sicher unmöglich! Ich sage Ihnen… es ist möglich, denn noch immer bietet Skandinavien hervorragende Gegebenheiten einer preiswerten, aber trotzdem spannenden Flussfischerei auf zum Teil kapitale Meerforellen und verwilderte Regenbogenforellen aus dem Salzwasser der Ostsee. Folgen Sie mir auf einer kleinen Reise in ein wunderschönes  schwedisches Län, mit großen und kleinen, aber immer sehr kampfstarken Fischen.


Schon seit fast dreißig Jahren übt der nahende Herbst der südschwedischen Landschaft einen fast magnetischen Reiz auf mich aus. Diese alljährlich erwachende Unruhe führt mich dann immer wieder in das südschwedische Blekinge-Län, in Richtung Mörrum und der kleinen verschlafenen Hafenstadt Karlshamn. Der September zeigt sich in Blekinge oft mit einer milden, frühherbstlichen Witterung und die tief stehende Sonne zaubert eine ganz besondere Atmosphäre in die dunklen Buchen-und Eichenwälder. Steinpilze, Pfifferlinge und Maronen finden sich oft schon in großer Anzahl nahe der Wegränder und bieten ausgezeichnete Gaumenfreuden nach einem aufregenden Angeltag.













Für viele begeisterte Angler aus den unterschiedlichsten Ländern Europas ist in diesem Monat das Fischen an der bekannten Mörrum der Grund für ihren Besuch. Das Ziel ihrer Träume ist der Fang  starker Herbstlachse, oder aber Wunsch und Hoffnung eine große Meerforelle, den Blekinge Öring  auf die Fliege zu bringen. Viele dieser Fliegenfischer kommen schon über Jahrzehnte zum Fischen an die Mörrum, aber nur sehr wenige von ihnen finden für sich den Blick darüber hinaus.

Wer diesen Blick erst einmal wagt, stößt im näheren Umfeld der Mörrum auf einige kleine Flusssysteme die kaum Beachtung finden und somit auch keinen nennenswerten Befischungsdruck aufweisen. Die Tageskartenpreise überschreiten selten die Grenze von 100 schwedischen Kronen (ca.10 Euro) und sind auch für einen kleineren Geldbeutel jederzeit erschwinglich. Aber der Reiz dieser Flüsse liegt nicht nur am günstigen Preis der Erlaubniskarten, sondern im Besonderen an der Qualität eines nur sehr geringen Befischungsdruckes, sowie auf die jederzeit vorhandene Chance auf den Fang eines kapitalen Fisches. Das Zusammenspiel dieser Faktoren lassen jeden Angeltag zu einem neuen und spannenden Erlebnis werden. Die nahe Blekinge Küste sorgt zudem für einen Aufstieg und somit für einen natürlichen Nachschub von Meerforellen und zum Teil starken  Steelheads. Die Regenbogenforellen stammen zwar aus einer Netzhaltung im Meer, aber diese Flüchtlinge aus der Salzwassermast ihrer Netzkäfige, haben teilweise schon lange Fressphasen im Schärengebiet der Ostsee hinter sich und wandern in Form silberblanker Kraftpakete mit makellosen Flossen in die kleinen Flüsse. In diesem Fall ist der unten benannte Ronnebyån oftmals ein echter Garant für einen Fang einer Regenbogenforelle aus dem Meer.












Fallende Temperaturen im Wasser und in der Luft, sowie der beginnende Herbst sorgen im September für ein verstärktes Aufstiegsverhalten von Meerforellen, aber auch von Regenbogenforellen. Es ist eine perfekte Zeit für eine Erkundung mit der Fliegenrute, um die kleinen Flüsse Mieån und den schon erwähnten Ronnebyån zu befischen. Diese ,,kleinen Flüsse‘‘ befinden sich in einem Umfeld von nur maximal 50 Kilometer zur Mörrum und eignen sich hervorragend zur Befischung mit der Einhandrute. Das Wasser in den Flüssen zeigt sich in der für Südschweden typischen Braunfärbung und es bieten sich dem Angler abwechslungsreiche Strukturen. Ob schnelles Wasser, oder aber ruhig fließende Passagen, immer wieder muss sich der Fliegenfischer auf eine Veränderung der Gegebenheiten einstellen. Es ist eine unbeschreiblich spannende und aufregende Suche mit Einhandrute, denn die nahe Ostsee kann jederzeit für eine Überraschung in Form eines kapitalen Fisches sorgen. In Ronneby liegt die fischbare Strecke mitten im Stadtgebiet und somit ist für jeden Einheimischen ein Fliegenfischer im bewegten Stadtverkehr ein gewohntes Bild. Wir dagegen mussten uns bei unserem ersten Besuch erst einmal daran gewöhnen. Aber glauben Sie mir, es hat seinen Reiz und bietet ein kleines Abenteuer und eine Erfahrung der besonderen Art. Ein fachlicher Tipp zur Fliegenwahl und ein Ratschlag zu einer erfolgreichen Befischung aus einer Gruppe fröhlicher Stadtstreicher, oder aber ein im Rückschwung gehakter Außenspiegel eines Busses und der darauf  folgende ungewollte Drill, bleiben ebenfalls unvergessliche Erlebnisse und bieten humorvollen Gesprächsstoff für winterliche Stammtischabende. Der Mieån dagegen fließt durch zum Teil wunderschöne bewaldete Strecken und der Fliegenfischer sollte sich die Zeit für einen Erkundungsgang nehmen. Der Fluss ist in mehrere Zonen aufgeteilt und die Tageskartenpreise liegen je nach befischbarer Zone zwischen 40 Kronen und maximal 100 schwedischen Kronen. Wenn moderate Wasserstände vorherrschend sind,  lassen sich immer wieder Meerforellen auf ihren Standplätzen im Fluss beobachten, aber auch auf den Fang einer kampfstarken Regenbogenforelle bietet dieses handliche Gewässer eine gute Chance. Aber ich möchte auf diesem Wege auch die Nachteile einer Befischung der kleinen Flüsse hervorheben. Natürlich reagieren diese kleinen Systeme schneller und empfindlicher als die weitaus größere Mörrum auf Veränderungen der Wasserstände. So kommt eine effektive Befischung nach anhaltenden Trockenperioden auch  schnell zum Erliegen, beziehungsweise ist eine effektive Befischung wie im Beispiel Ronneby, auch immer abhängig vom Wasserdurchlass des kleinen e-on Kraftwerkes im Ort. Aber anhaltende Trockenheit und Niedrigwasser haben auch schon so manchen Fischgang an den teuersten Fliegenstrecken der Welt vereitelt und so kann man seine Tubenfliege der Meerforelle entspannt zum kleinen Preis präsentieren und gleichzeitig an Wissen und Erfahrung dazu lernen. 








Zur Befischung der kleinen Flüsse

Eine Rutenlänge von neun Fuß in der Klasse 7 oder 8 leistet ausgesprochen gute Dienste und ist den zu erwartenden Fischgrößen angemessen. So lassen sich auch vegetationsreiche Uferabschnitte sehr effektiv befischen und mögliche Standplätze können Meter für Meter mit der Fliege abgesucht  werden. Hohe Wasserstände erfordern den Einsatz von Sinkleinen in unterschiedlichen Sinkraten, um die tiefstehenden Meerforellen am Tage an die Fliege zu bringen. Hier gilt am hellen Tage wieder die klassische Regel, die Fliege muss zum Fisch, der Fisch kommt nicht zur Fliege. Zudem zeigt sich in dieser Befischung auch eine Besonderheit, die den Ronnebyån auszeichnet und für das Meerforellenfischen am Fluss sehr ungewöhnlich ist. Die Meerforellen sind dort von jeher sehr gut am Tage zu fangen und nehmen selbst bei Höchststand der Sonne die Fliege. Ein Umstand der so manchen Fliegenfischer erfreuen wird, denn das Öringfischen in dunkler Nacht ist nicht jedermanns Sache. Gerade für den Einsteiger im spannenden Thema Meerforelle im Fluss, ist der Faktor ,,Befischung  bei Tageslicht‘ mit Sicherheit eine Erleichterung um zum Erfolg zu kommen.









Um die im Fluss aktiv jagenden Regenbogner zu fangen, reicht dagegen eine Floating-Line mit einer beschwerten Fliege. So fingen die mit uns zeitgleich fischenden schwedischen Fliegenfischer erfolgreich ihre Regenbogenforellen. Aber auch hier haben wir mit sinkenden und intermediate Schussköpfen beste Ergebnisse bei der Befischung dieser ausgewilderten Regenbogenforellen erzielt und die Fliege befand sich gleichzeitig auch im Distanzbereich der Meerforellen. Die Regenbogenforellen nahmen die kleinen Tubenfliegen in der Regel im Bereich Strommitte des Flusses, in der schnellsten Phase der Drift. Die Meerforellen stehen dagegen in den tieferen Flusspassagen dicht an den Uferkanten, oft im Schutze überhängender Bäume und Sträucher.  Ein Verhaltensmuster, das ich auch bei der Befischung der dänischen Auen immer wieder erlebe und somit gleichzeitig eine wertvolle Erfahrung, um beim Auffinden und zielgerechten Anfischen der Standplätze  in den schwedischen Flüssen zum Erfolg zu kommen.





Es ist immer wieder ein spannender Moment, wenn die Fliege diesen heißen Sektor erreicht und dann mit einem leichten Zupfen zu einem verführerischen Spiel gebracht wird, bis der Anbiss einer vielleicht kapitalen Meerforelle dieses Spiel ganz abrupt  stoppt, sie in Form eines starken Widerstandes mit ihren im Drill typischen Kopfschlägen, Meter um Meter Leine von der Fliegenrolle zieht. Als sehr fängig für eine Befischung am hellen Tage zeigten sich kleine Tubenfliegen mit einer Schwingenlänge  von vier bis fünf Zentimeter  Länge in den Farben Beiss und Orange. Nur knapp über Vorfachlänge beginnend, wird die zuerst noch kurz gefischte Leine Wurf für Wurf jeweils um einen halben Meter verlängert, um den Fluss intensiv abzusuchen und mit der Fliege effektiv zu befischen. Mit langer Leine beginnend, wird der Fliegenfischer dagegen vielleicht den besten Fisch schon bei Beginn überwerfen,  ihn vielleicht sogar durch einen Leinenkontakt der Sinkleine verschrecken. Meerforellen von drei bis fünf Kilogramm können jederzeit auf die Fliege einsteigen, aber auch mit Fischen der Größenordnung von acht bis zehn Kilo muss der Angler rechnen.


So entpuppte sich die beim Freund im schnellen Wasser auf die Tubenfliege einsteigende vermeintliche Regenbogenforelle, nach mehreren langen und sehenswerten Fluchten als ein ca. acht Kilogramm schwerer Meerforellenmilchner, der nach ein paar schnellen Fotos wieder schwimmen durfte. Das Drill und Landung in diesem Fall mittels einer Zweihandrute erfolgte, (wie im Foto zu sehen) lag an der im Haus vergessenen Einhandrute. So ein Drill kann sich bei einem unerwarteten Großfisch sehr schnell zu einem Abenteuer gestalten, denn Ufer nahe Bäume bilden mit ihren Wurzeln perfekte Hindernisse im Wasser und gerade die Meerforelle flüchtet unter dem Druck der Rute mit Vorliebe in diese heiklen Bereiche. Aber auch bei der Befischung von Regenbognern ist jederzeit mit einer Überraschung in Form eines starken Fisches zu rechnen. Häufig sind es agile Fische in Gewichten von 1 bis 1,5 Kilogramm, die wild und ungestüm auf die Fliege einsteigen. Aber auch hier ist jederzeit mit Fischen von 3 bis 5 Kilogramm zu rechnen, die aus dem nur fünf Kilometer entfernten Salzwasser der Blekinge Küste stammen. Nur selten bleibt es dann bei einem Einzelfang und auch wir erlebten spannende und kurzweilige Stunden mit teilweise bis zu zehn gefangenen Fischen an einem Nachmittag. Die hier bisher größte von einem Schweden gefangene Regenbogenforelle war ein echter Gigant und brachte ein Gewicht von satten 15 Kilogramm auf die Waage.








Diese kleinen Flüsse sind haben einen späten Aufstieg von Meerforellen, aber einen Versuch auf Regenbogenforellen kann man dagegen jederzeit einmal starten. Leider wurden die Meerforellenbestände in diesen sensiblen Fluss-Systemen vor einigen Jahren durch gezieltes Keltfischen im Frühjahr sehr stark dezimiert und sie erholen sich erst wieder langsam. Es handelt sich bei diesen Fischen um reine Wildbestände, die nicht durch einen vom Menschen getätigten Besatz In Form von Brutfisch oder Smolt unterstützt werden. So reagieren sie aber auch sehr sensibel auf starken Befischungsdruck und entsprechende Entnahme der Fänge. Aus diesen Gründen haben wir selbst auch nur eine einzige Meerforelle entnommen und die anderen Fischen wieder in die  Freiheit entlassen, damit sie sich im November/Dezember ungestört im Fluss reproduzieren können. Insgesamt zeigte sich die Entwicklung der Meerforellenbestände für uns in einem absolut positiven  Aufschwung. So freuen wir uns schon jetzt auf einen erneuten Besuch Schwedens und auf weitere spannende Drills in den ,,kleinen Flüssen‘‘ des Blekinge Län.

 

Heiko Döbler

 

 





Einhand-Expedition Mörrum:




Eine tiefe Verbundenheit mit dem Län Blekinge führt mich seit 25 Jahren nach Südschweden.

Die fischereilichen Möglichkeiten sind schier unbegrenzt und bieten dem Meerforellenangler fast das gesamte Jahr ein ausgezeichnetes Fischen.

Ob an kleineren Flusssystemen oder an der meist unberührten Küstenlinie, die sich Teils weich gezeichnet, dann wieder in wilder und felsiger Struktur zeigt, finden wir überall einen Öringstamm, der sich in seinen Durchnittsgrössen deutlich von den uns bekannten dänischen Stämmen abhebt..

Nur sehr selten habe ich das in Schweden bestehende Mindestmaß von 50 cm  beim Küstenfischen unterschritten.

 

 

 

Aber in diesen Septembertagen führte uns der Weg ein paar Tage an die Mörrum.

Die tief stehende Herbstsonne und das zeitig verfärbende Laub bieten in den Wäldern um Mörrum den Eindruck eines Indian Summer.

 

 

 

Dazu zeigt dieser wunderschöne Fluss eine unglaublich abwechslungsreiche Struktur seiner Pools.

Wilde Stromschnellen und schnelles Wasser führen immer wieder in ruhig fließende Passagen und somit findet der Fliegenfischer ausgezeichnete Gegebenheiten, um einen starken Herbstöring an die Tube zu bringen.

 

 

 





 


Der Meerforellenstamm der Mörrum zählt  zu den größten der Welt und es besteht hier eine sehr gute Chance auf einen Fisch der Klasse zwischen 5 kg und 10 kg.

Die Besatzmaßnahmen mit Meerforellen-Smolt zeigen sich inzwischen sehr positiv in einem jährlich zunehmenden Aufstieg starker Fische.

Diese zusätzlich eingesetzten Fische werden durch das Entfernen der Fettflosse markiert und sind dadurch nach dem Fang deutlich von Meerforellen zu unterscheiden, die aus der natürlichen Reproduktion im Fluss stammen.

 

Die geringe Wasserführung von 11 bis 15 Kubikmeter pro Sekunde kam unserer Idee entgegen, den Fluss in diesen Tagen nur mit der Einhandrute zu befischen.

Ohne zeitlichen Druck begannen wir immer erst am frühen Abend um 19.00h und fischten dann in die Dunkelheit bis zum vorgegebenen Ende um 24.00h.

Zum Einsatz kam eine Einhandrute der Klasse 7 und eine Intermediate Line, an deren Vorfach die klassische schwarze Meerforellentube (Dusibar)von Ulf Sill, den Öring zum Einsteigen überreden sollte.

 

 

 

 





 

 

Schon am ersten Abend nahm ein guter Fisch in Pool 4 in schwarzer Nacht meine Tube in der Driftphase.

Leider ging diese Meerforelle kurz vor der Landung verloren und zeigte mir auf, dass eine Kontrolle des Vorfach-Materials immer wieder einmal durchgeführt werden sollte.

Nur 5 Minuten später stieg aber schon der nächste Fisch beim Freund ein und konnte von mir nach wenigen Minuten gelandet werden.

Mit 5,5 kg und einer Länge von 78 cm war die Freude über seinen ersten Öring-Hane aus der Mörrum riesengroß.

 

 

 

 







Der zweite Abend brachte uns keinen einzigen Kontakt und so beendeten wir das Fischen gegen Mitternacht, um diese Zeit in kleiner Runde ausklingen zu lassen.

Am dritten Abend war ich wieder an der Reihe und konnte gegen 22.00h eine Meerforelle von 6,55 kg und 82 cm auf die Tube bringen und sie problemlos über die Einhand drillen und landen.

 

 

 

 

 

 





 

 

Die Krönung war der Fang einer 92er Meerforellendame von geschätzten 8 kg.

Auch sie stieg bei völliger Dunkelheit auf Micha's Tube ein und lieferte einen wirklich sehenswerten Drill an der für diesen Fisch leichten Einhandrute.

Nach der Landung konnten wir noch ein paar schnelle Bilder schießen, bevor sie sich wieder auf den Weg in ihr Element machen durfte.

 

 

 

 

 





 

Der letzte Abend brachte für mich dann noch eine freudige Überraschung.

Um 22.30h fischte ich die Tubenfliege nach Ende der Driftphase im ruhigen Wasser strippend weiter, als plötzlich ein starker Widerstand Druck auf meine Rute ausübte.

Den vermeintlichen Abschluss-Öring drillend, bat ich Micha darum den Fisch zu landen.

Über das Keschernetz gezogen, leuchteten 2 Augen im Schein meiner Kopflampe und vor mir lag ein strammer Zander von 80cm, der ebenfalls Appetit auf eine Meerforellentube hatte, und in der Mörrum nur selten vorkommt.

 

 

 

 

 

 

 

 






 

 

 

Fazit einer Woche an der Mörrum:

Vom Befischungsdruck der früheren Jahre ist im September nichts mehr zu spüren.

Durch die neuen Strecken Vittskövle und Knaggalid verteilen sich die Angler sehr gut und die einzelnen Pools bieten wieder eine großartige Qualität für das Meerforellenfischen.

So hatten wir die von uns befischten Pools jeden Abend für uns allein.

Rogner dürfen in dieser Zeit nicht entnommen werden, das gilt auch für Lachse und Hybriden.

Bei den Milchnern entscheidet der Angler selbst, ob er den Fisch entnehmen möchte.

Die Tendenz geht heute sehr stark zum Zurücksetzen der im Herbst gefangenen Fische.

 

Durch den Rückgang der Zahlen beim Aufstieg von Lachs, einer sehr guten Bewirtschaftung und zusätzlichem Besatz von 17000 Stück Meerforellen-Smolt pro Jahr, entwickelt sich der Fluss anscheinend wieder zu dem, was ihn so viele Jahrzehnte ausgezeichnet hat....

 

Ein Top-Fluss für die Befischung sehr großer Meerforellen.

 

Heiko Döbler

 

 

 

 

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