Küstenfischen auf Meerforellen

 

Die Meerforelle in den Fjorden Südjütlands




Südjütlands typische Buchenwälder auf den Steilküsten prägen das Bild dieser Landschaft

Zur Region und ihren Meerforellen

 

Das südliche Dänemark zeigt sich dem Meerforellenfischer in einer einzigartigen, von der letzten Eiszeit geprägten Küstenlinie. In diesem Grenzland wurde ich geboren und befische es inzwischen seit nunmehr über vier Jahrzehnte. Aber noch immer entdecke ich in jedem weiteren Jahr neue Strände, gewinne immer wieder neue Eindrücke und die Erkenntnis, dass ein Anglerleben nicht ausreicht, um die über 300 Kilometer der südjütländischen Küstenlinie mit der Fliegenrute oder mit der Spinnrute zu erkunden. Unzählige Fjorde, Inseln und Halbinseln, Sunde und Noore, bieten eine  große Vielzahl bestehender Möglichkeiten für eine spannende Fischwaid über den Zeitraum des gesamtes Jahres.


Eine erste Besonderheit der südjütländischen Küstenlinie ist der nur geringe Salzgehalt in diesem stark ausgesüßten Bereich der Ostsee. Während die Meerforellen im Winterhalbjahr bei fallenden Wassertemperaturen die salzhaltigere Küstenlinie im weiter nördlich liegenden Djursland verlassen und in den Randers Fjord, den Mariager Fjord und die Kolindsund-Kanäle ziehen, bleibt die nicht laichreife Meerforelle, ob Grönländer oder Überspringer, auch im Winter in den Fjorden Südjütlands. Extreme und anhaltende Minustemperaturen treiben einen Teil der Fische natürlich auch in Südjütland in die noch stärker ausgesüßten Noore. Aber in normal temperierten Wintern bietet diese  Küste jederzeit die Möglichkeit einer effektiven Befischung auf Meerforellen. Eine weitere Besonderheit sind die ineinander greifenden Fjorde mit einer nur selten, wirklich offenen Küstenlinie. Auch wenn ich den Begriff ,,Fjordforelle‘‘  persönlich nicht besonders schätze, so finden sich in dieser besonderen Struktur einer Landschaft von Fjorden und Viken, mit Sicherheit stationäre Stämme von Meerforellen, die bei ihrer Nahrungssuche bestimmt auch von Fjord zu Fjord übergreifend jagen, ihre Fressgebiete  aber das gesamte Jahr innerhalb der Gesamtheit südjütländischer Fjorde haben. Daher ist der Begriff  Fjordforelle für diesen jütländischen Bereich nicht einmal unpassend. Die Aufwuchsfische, die 40 cm bis 50 cm großen Grönländer, finden im Flachwasser der nahen Strände ihre Nahrungsgrundlage in Form dort lebender Kleintiere, deren Vorhandensein von Jahreszeit, Temperatur und Strömung stark beeinflusst wird. Die unterschiedlichen Strukturen der abwechslungsreichen Küstenlinie bieten der gesamten Palette der Nährtiere unserer Aufwuchsfische einen perfekten Lebensraum und sind somit das bevorzugte Jagdrevier der Meerforelle in der Jugendklasse.

 

 

 

 







Ob Spinnrute oder Fliegenrute, ob Welle oder Ententeich, Südjütland bietet immer die Möglichkeit auf den Fang einer Meerforelle...

 

 

 

Vom Tangläufer zum Borstenwurm, den Garnelen, Grundeln oder Stichlingen. Erst das Vorhandensein dieser Nahrungsvielfalt bringt uns die Meerforellen in eine für die Fliege oder den Blinker erreichbare Distanz. Für die wohl beste und ausführlichste Beschreibung zum Thema ,,Nahrung der Meerforelle‘‘ möchte ich auf diesem Wege die Bücher von Thomas Vinge, Meerforelle an der Küste - Band 1 und Band 2 empfehlen. 

 

 

 

 





Band 1: Hardcovercover ca. 192 Seiten -
ISBN 978-3-942366-24-3
Band 2: Hardcovercover ca. 272 Seiten -
ISBN 978-3-942366-25-0


 

 

 

Wer sich näher mit diesem Thema befassen möchte, findet bei Thomas Vinge auch gleichzeitig einen interessanten Einblick in die Lebensweise und das Verhalten unserer kleinsten Küstenbewohner, den Nährtieren der Meerforellen.

 

 

 

 




Foto: Andreas Both,
Bei diesem Fisch liess sich seine letzte Mahlzeit sehr einfach bestimmen.





 

 

 

Meerforellen haben unter günstigen Nahrungsbedingungen einen enormen Zuwachs und  so reicht die oben benannte Kleinnahrung schon bald nicht mehr aus. Nach der Smoltifizierung und dem Abwandern vom Laichgewässer  ins Meer, findet die jugendliche Meerforelle im Flachbereich der jütländischen Küste einen reich gedeckten Tisch, passend ihrer Größe. Hat sie diesen für sie nicht ungefährlichen Lebensabschnitt überstanden und eine Länge von ca. 50 cm bis 55 cm erreicht, kommt die Zeit den Jagdbereich der Kleinnahrung zu verlassen. Und so ziehen die Fische in der Altersstruktur ,,Halbstarker‘‘  jetzt langsam in das tiefere Wasser, in den Lebensraum von Briesling und Hering und gleichzeitig auch in eine sichere Zone, denn hier erreicht sie weder Angler, noch Kormoran oder Kiemennetz. Aber auch nur hier finden die Meerforellen die energiereiche Nahrung, um nach nur drei bis vier Seewintern eine Länge von zum Teil über achtzig Zentimeter zu erreichen und sich am Ende zu imposanten und adulten Großfischen zu entwickeln. Allerdings fördert die geographische und somit einzigartige  Lage der südjütländischen Fjorde auch gleichzeitig eine Problematik für die Bestände der hier stationären Meerforellen. Durch die Geschlossenheit der Fjorde haben wir nicht den Zulauf küstenfremder Meerforellen, wie sie um die Insel Rügen oder an anderen Bereichen der offenen Ostseeküste zu finden sind. Daher reagieren diese stationären Bestände sehr empfindlich auf den Befischungsdruck. Sei es durch Angler, Nebenerwerbsfischer, oder aber durch den Kormoran, unter dessen Ruhe  - und Trockenplätzen auf Bungpfählen, sich immer wieder die Sender markierter Meerforellensmolts auf dem Meeresgrund finden, die diesen Tauchvögeln zur Beute wurden. Ein weiteres Problem dieser kleinen Fjordlandschaft sind lange Kälteperioden mit anhaltendem  Eisgang. Der Extremwinter im Jahr 2009/2010 sorgte für den Zeitraum von Monaten für eine geschlossene Eisdecke der südjütländischen Fjorde und eine darauf liegende Schneedecke verhinderte jeglichen Lichteinfall. Die nach der beginnenden Eisschmelze gefangenen Grönländer zeigten sich durchweg in einer erschreckenden Verfassung und einer extremen Magerform. Die Ausfälle solcher Winter lassen sich nur schwer schätzen, aber die Fangzahlen zeigten ein ungefähres Ausmaß recht deutlich.

Dieser verstärkte Eingriff in die Jugendklasse fordert zwangsläufig seine Opfer und macht sich zurzeit durch leicht rückläufige Bestände bemerkbar. Dazu kommt, dass nur wenige und meist kleine Laichbäche und Flüsse in der Region, den von uns gefangenen Fisch noch auf natürliche Art und Weise produzieren.

 



Erfüllt das bestehende Mindestmaß seinen Zweck?

 

Eine Anhebung des bestehenden Schonmaßes von 40 Zentimeter Fischlänge auf 50 Zentimeter, wie es zum Beispiel in Schweden seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird, wäre auch für den Erhalt der südjütländischen Meerforellenbestände sehr hilfreich. Das in Dänemark geltende Mindestmaß von 40 cm berechtigt nur zu einer legalen Entnahme eines nicht laichfähigen Fisches, bzw. einer Meerforelle, die ihren ersten Laichgang noch vor sich hat. Hier besteht akuter Bedarf für eine Änderung, denn das bestehende gesetzliche Mindestmaß garantiert im Fall der Meerforellen in keiner Weise eine Entwicklung zur  ersten Laichfähigkeit und ist somit völlig paradox und sinnlos. Das jährliche  E-Fischen  in den von mir befischten jütländischen Niederungsflüssen und somit wirklich realen Messpunkten für das Laichgeschehen, zeigt die Mindestgröße aufsteigender Erstlaicher mit 55 cm plus in aller Deutlichkeit an. Viele Angler im deutsch/dänischen Grenzland halten sich schon sehr lange an ein persönliches Mindestmaß von 50 Zentimeter Fischlänge und geben damit vielleicht auch für weitere Angler ein positives Beispiel für ein Umdenken vor einer Entnahme gefangener Meerforellen. Zwar hat sich die Meerforelle auch mit einer Gesamtlänge von 50 cm in der Regel noch nicht im Fluss reproduziert, sondern befindet sich bestenfalls noch  vor ihrem ersten herbstlichen Laichgang. Aber da sich aber der Hauptanteil der südjütländischen Meerforellen die von Anglern mit der Rute gefangen werden noch unterhalb der 50 cm Grenze befindet, wäre diese Maßnahme ein vielleicht sinnvoller Schritt in den bisher völlig unkontrollierten    Eingriff in die Jugendklasse der Meerforellen.





Eine deutliche Kennzeichnung der Schongebiete und endlich, man achte auf das Datum, die erhoffte und auch geforderte Verlängerung der Schonzeit im Bereich einmündender Bäche und Auen.

Gezieltes Keltfischen….gezielte Bestandsvernichtung !

                                                                                                   

Leider lässt sich auch die Unart der gezielten Keltfischerei vor den Mündungsbereichen der Flüsse, einfach nicht aus den Köpfen einiger ,,Unbelehrbarer‘‘ bringen. Hier wird schon ab Mitte Januar eines jeden Jahres noch immer in alle Altersstrukturen der geschwächten Fische eingegriffen, indem die ausgehungerten Absteiger ( Kelts) schon bei ihrer Rückkehr ins Salzwasser von Scharen von Anglern erwartet werden, die mit diesen leicht zu fangenden Meerforellen das wertvolle Genmaterial für die zukünftigen Jahre vernichten. Südjütland besitzt nur wenige und dazu meist noch sehr kleine Laichbäche und Auen, in denen sich die Meerforelle reproduzieren kann. Wenn dann alljährlich 50 bis 60 Keltfischer pro Tag im Brackwasser vor den Bachmündungen auf Absteiger fischen, müssen wir uns über einen Rückgang der Bestände nicht wundern. Zwischen Flensburg und Apenrade war dieses Negativ-Beispiel Jahr für Jahr zu beobachten. Eine Verlängerung der eingeschränkten Schonzeiten in einigen Mündungsbereichen der Auen, hat immerhin zu einer ersten kleinen Verbesserung dieser Problematik geführt. Positiv sind auch die nun endlich schon häufig durch Vierkantpfähle deutlich markierten Schongebiete, auf deren Plaketten nicht nur Anfang und Ende der geschonten Wasserfläche, sondern auch Beginn und Ende der Schon- und somit Angelzeit abzulesen sind.

Hier wurden mit einfachsten Mitteln für alle Angler sichtbare Grenzen gesetzt, aber auch der Unsicherheitsfaktor ,,befinde ich mich schon in einer Schutz-Zone ?‘‘  wurde dadurch beseitigt. Im Zuge der dänischen Besatzpolitik wird zudem der südjütländische Meerforellenbestand mit weiteren ca. 300 000 Stück Meerforellensmolt unterstützt, die jährlich im Bereich der Aumündungen ausgesetzt werden. So folgt auch hier wieder etwas Licht auf Schatten und somit die berechtigte Hoffnung, dass auch nachfolgende Generationen von Anglern, spannende Stunden bei der Befischung der jütländischen Meerforellen erleben werden.




Bungpfähle, unter diesen Ruhe- und Trockenplätzen der Kormorane finden sich leider häufig die Sender markierter Meerforellen- Smolt´s, in Form vom Kormoran nicht verdauter Ausscheidungen.



Südjütlands Meerforellen im Verlauf der Jahreszeiten

Ein weiteres Merkmal der südjütländischen Küste ist, dass es über den gesamten Verlauf des Jahres eine effektive Befischung der Meerforellen gibt. Ob Winter, Frühjahr, Sommer oder Herbst, die Fische verbleiben in der jütländischen Fjordlandschaft und sind unter fischbaren Temperaturen in allen Monaten des verlaufenden Jahres zu fangen. Wenn auch der klassische Küstenöring dieser Region der Grönländer ist, so finden sich in der jährlichen Fangpalette auch die ab Januar sich zuerst noch strandnah verteilenden  Meerforellenkelts, deren Milchner auch nach vielen Wochen im Meer, mit ihren zum Teil noch immer prägnanten Laichhaken einen imposanten Anblick bieten, aber von ihrer körperlichen Entwicklung noch lange nicht zu ihrer gewohnt wuchtigen Form gefunden haben. Die Meerforellen-Rogner müssen  gegenüber dem Milchner einen noch stärkeren Substanzverlust aus dem Laichgeschehen im Lebensraum Salzwasser wieder ausgleichen und somit sollten beide Geschlechter nach einem Fang wieder in die Freiheit entlassen werden. Die Regenerationsphase dieser Fische benötigt viel Zeit und ein später Rückkehrer aus dem Fluss, wird nach nur wenigen Wochen im Meer kaum an der folgenden Laichperiode teilnehmen können.  Mit Glück aber wird er im Folgejahr seiner Laichwanderung in Form eines blanken Laichüberspringers und in bester Kondition auf unsere Fliege oder unseren Spinnköder einsteigen, oder aber von uns Anglern unbehelligt, bei einer erneuten Lachwanderung in Richtung seiner Geburtsstätte an einem erneuten Laichgeschehen teilnehmen.


Begehrte, aber seltene Beute….der Laichperioden- Überspringer




Der Fang eines blanken Überspringers ist in meinem jütländischen Revier nicht die Regel und der Angler benötigt eine große Portionl Glück. Meerforellen von über 60 cm Länge, die nach einer ersten Laichperiode einen Laichgang aussetzen sind realistisch, werden aber auch nur in kleinen Stückzahlen  gefangen. Diese Fischgrößen stellen sicher den Hauptanteil gefangener ,,Überspringer‘‘dar. Dagegen sind Meerforellen von über 70cm in dieser blanken Lebensphase im Nahbereich der Strände nur mit viel Glück zu fangen und Blankfische ab 80 cm Länge fallen unter den Bereich ,,Einzelfall‘‘. Für die kapitale Meerforelle unter Land  finden sich auf Rügen und in Schweden ( im Skane und Blekinge Län ) bessere Bedingungen. Die energiereichen Heringe, Garant für den enormen Zuwachs in der Lebensphase von der jugendlichen Meerforelle zum adulten Fisch,  binden die großen Fischfresser in den tiefen Fjorden und nur die Laichzüge der Heringe bringen diese kapitalen Meerforellen auch einmal in eine für uns Angler erreichbare Distanz. Häufig werden (nicht nur in Jütland) blanke Absteiger im Frühjahr nicht korrekt bestimmt und den Laichperioden-Überspringern zugeordnet. Diese Fische können ohne weiteres auf 80 cm plus kommen. Ein weiterer Anteil von größeren Meerforellen die an die Fliege oder an den Spinnköder gehen, fällt auf die späteren Sommermonate und den Herbst. Hier bringt die nahende Laichzeit und nicht das Nahrungsangebot die jetzt gefärbte Meerforelle in die Nähe der Strände und somit auch wieder in die Reichweite der Angler. Somit werden die Fangzahlen echter Überspringer sehr stark verfälscht und es entsteht eine unwahre Darstellung realer Fanggrößen in der südjütländischen Region. Die Wintermonate Dezember bis Februar beinhalten die größte Chance auf den Fang echter Überspringer im Flachbereich der Küste. Ihr Jagdgebiet ist aber das Tiefenwasser der Fjorde und ihr Fang im ufernahen Bereich bleibt ein glücklicher Zufall. Die südjütländische Fjordstruktur ist und bleibt das klassische  Revier für den Fang nicht geschlechtsreifer Aufwuchsfische, der Grönländer. So sollte nicht nur das genutzte Angelgerät die zu erwartenden Fischgrößen angepasst sein, sondern auch die Erwartungshaltung der Angler muss auf einen Fang von Meerforellen in Größen von 40 cm bis ca.55 cm ausgerichtet sein.

Fazit….Südjütland ist mit Sicherheit kein Revier für einen fischenden Großwildjäger, bietet dafür aber bei entsprechenden  Witterungsbedingungen, über das gesamte Jahr eine effektive Meerforellenfischerei in einer unglaublich abwechslungsreichen Fjordlanschaft. Probieren Sie es doch einfach selbst einmal….

 







Im Zyklus der Jahreszeiten zeigt sich die Meerforelle in einer steten Veränderung
Bild 1 li.o. eine Farbe wie Gletschereis-der klassische Grönländer.
Bild 2 re.o. Laichüberspringer von 4 Kg im Wintermonat Januar.
Bild 3 li.u. Meerforellenrogner auf dem Laichzug in seinen typischen Herbstfarben.
Bild 4 re. u. Absteiger, (Kelt) schon fast wieder Blank, aber noch immer mit einem deutlich ausgeprägten Laichhaken.





Dezember – Januar - Februar

 

 

Das Fischen an der südjütländischen Küste in den Wintermonaten Dezember bis Februar steht und fällt mit den vorherrschenden Temperaturen. Bei einer Wassertemperatur von 0 Grad bis zwei Grad plus reagiert die Meerforelle mit einem deutlich verlangsamten Stoffwechsel und einer weit geringeren Aktivität. Dazu fehlt unter diesen schwierigen Bedingungen jeglicher Anteil von Kleinnahrung im Flachwasser. Lohnt es sich jetzt überhaupt ans Wasser zu gehen? Ein klares ja, wenn bestimmte Faktoren beachtet werden. Steigende Lufttemperaturen und ein sich verändernder Luftdruck können schlagartig zu einer beißaktiven  Phase führen. Eine Lufttemperatur von sechs bis sieben Grad plus ist keine ungewöhnliche Erscheinung in diesen Wochen und sollte konsequent genutzt werden. Auch auf ein leichtes Ansteigen der Wassertemperatur reagieren die Fische sehr schnell und von 2 Grad auf 4 Grad plus ist es bei steigender Lufttemperatur ein schneller Weg. Zudem finden sich in den jütländischen Fjorden bedingt durch die Faktoren Wind, Strömung und dadurch bedingter Austausch von Wasserschichten, ohne weiteres Temperaturunterschiede von bis zu drei Grad. Ein Thermometer gehört in dieser Zeit in jede Jackentasche eines Küstenfischers. Wie auch im Frühjahr gilt es auch jetzt den Fisch zu suchen und zu finden, denn Meerforellen liegen nicht wie Flundern und Klieschen am Boden und warten auf den Köder. Fächerförmiges Absuchen und dann ein Wurf ein Schritt. Bewegung bringt den Fisch und Bewegung bedeutet auch, dass wir uns nach ca. neunzig Minuten zu einem weiteren Strand begeben, um dort eine weitere Suche zu beginnen. Die effektivste Zeit für eine Befischung sind in diesen Wintermonaten die hellen Stunden des Tages. Die wärmsten stunden mit dem höchsten Stand der Wintersonne, sollten in dieser Zeit am Wasser genutzt werden. Eine weitere interessante und sehr fängige Winterstelle sind die extrem ausgesüßten Noore wie zum Beispiel das Nyböl Nor, kurz vor Sonderburg liegend. In eisfreien Wintern ist dieses Nor eine Topstelle für das Öringfischen und wird eigenartiger Weise selbst von deutschen Anglern aus dem Grenzland kaum beachtet. Die Meerforellen bewegen sich in diesem Noor häufig in großer Entfernung zum Ufer. Durch diesen Umstand wird eine Spinnrute mit ihrem deutlichen Distanzvorteil zur Fliegenrute in diesen nahrungsarmen Wochen devinitiv mehr Fisch bringen und mit einem Sbirolino können nicht nur Küstenfliegen, sondern auch Kleinköder wie Blinker, Spinner und Wobbler von drei bis sechs Gramm Wurfgewicht sehr effektiv eingesetzt werden. Auch Gummiköder jeglicher Art eignen sich ausgezeichnet für diese Form der Befischung und finden bisher beim Küstenfischen auf Meerforellen kaum eine Beachtung.

 

 

 







Fotos: Thomas Jansen
Schneeöring, zum erfolgreichen Fang dieser Fische gehört ein feines Gespür für kleine Veränderungen von Temperatur und Witterung.
Thomas hat es...






Leichte Welle, Trübung im Wasser und ein grauer Himmel ,perfekte Bedingungen für ufernah jagende Meerforellen.





 

März – April - Mai

 

 

Trotzdem sind die Monate Dezember bis Februar für den Aufwand einer weiten Anreise nach Südjütland aufgrund der schwer zu kalkulierenden Temperaturen in Luft und Wasser sehr unsicher. Zudem bietet das Frühjahr in den klassischen Meerforellen-Monaten März, April, Mai gerade für den Einsteiger, aber ebenso für den versierten, aber fern der Küste lebenden  Meerforellenfischer eine relative Sicherheit auf einen Fangerfolg. Steigende Wassertemperaturen, eine Erwärmung der Flachbereiche und das nun wieder erwachende Kleinleben, führen die Meerforellen in die von uns erhoffte Nahdistanz. Der jetzt wieder zunehmende Stoffwechsel und ein entsprechend steigender Nahrungsbedarf nach den vergangenen nahrungsarmen Wintermonaten, bringen uns die Meerforellen nun wieder in den Aktionsradius unserer Ruten und Köder. Grönländer finden sich gern zu kleinen Jagdgemeinschaften zusammen und das jetzt erst erwachende Kleinleben veranlasst die Fische zu einer steten Suche nach Nahrung. Sie streifen umher und so schnell sie kommen, so schnell sind sie auch wieder weitergezogen. Häufig zeigen sie ihre plötzliche Anwesenheit an der Wasseroberfläche und lassen sich in dieser aktiven Phase auch sehr gut an den Haken bringen. Es ist eine wunderschöne und sehr effektive Jahreszeit für den Einsatz der Fliegenrute. Mit zunehmenden Nahrungsvorkommen jagen die Meerforellen im Schutz einer leichten Trübung durch Wind und Welle im oft nur oberschenkeltiefen Wasser, nicht weit von der Rutenspitze entfernt. Aber auch in diesen Monaten sollte beachtet werden, dass der Angler die Meerforelle suchen und finden muss. Immer wieder erlebe ich Angler die ihren Urlaubsstrand in einer Ferienwoche nicht verlassen,  Stunden über Stunden an einem Punkt im Wasser verharren und ihren Köder dabei immer wieder in eine einzige Richtung werfen…..und den Fehler am Ende nie bei sich selbst suchen. Wer sich dem Bewegungsradius nahrungssuchender Meerforellen nicht anpasst, wird immer nur zu Zufallserfolgen gelangen.


 

 

 

Juni –Juli - August

 

 

 

Während Freunde in Schweden und auf Rügen das Küstenfischen auf Meerforellen in der beginnenden warmen Jahreszeit einstellen, sich die meisten Fische dort aus dem Nahbereich der Strände entfernt haben, bietet  das südliche Jütland ein teilweise ausgezeichnetes und sehr konstantes Sommerfischen. Die langen Sommerabende und hellen Nächte im Juni/Juli ermöglichen eine spannende Befischung auf feiste und drehrunde Meerforellen in stärkster Kondition. Auch in diesem Fall handelt es sich in der Regel um den typischen Grönländer. Jetzt aber breit im Rücken und rund im Bauch, zeigt sich die nahrungsreiche Warmwasser-Phase in Form dieser prachtvoll genährten Meerforellen. Strömungsreiche Sunde und nahes Tiefenwasser sind im Sommer klassische Fangplätze. In diesen Bereichen führt das Zusammenspiel von Nahrung und Sauerstoff zu einem beliebten Jagdrevier der Sommerfische.  Aber selbst abseits dieser Strecken lassen sich die Meerforellen in abendlich widerkehrenden Fressperioden zwischen 22.00h und 23.00h, sowie am frühen Morgen, zum Zeitpunkt der beginnenden Dämmerung sehr gut an die Fliege oder Spinnköder bringen. Die beginnende Aktivität wird in diesen Stunden häufig durch Klatschen und Schlagen jagender Meerforellen angekündigt, die bei der Jagd die Wasseroberfläche durchbrechen. Die Anzahl der Fliegen-und Spinnfischer die an diesen Sommerabenden schon kurz hinter der deutsch/dänischen Grenze im Wasser zu sehen sind, zeigen die Beliebtheit dieser sommerlichen Befischung im Grenzland. Wer nicht nur auf die Nutzung einer Fliegenrute fixiert ist, sollte in solchen Nächten auch eine Spinnrute in greifbarer Nähe haben. Immer wieder kommt es zu einer Oberflächenaktivität außerhalb einer für die Fliegenrute noch möglichen Distanz. Ein kleiner Spinnköder, oder eine Fliege per Sbirolino auf den Weg gebracht, können in diesem Fall sehr hilfreich sein und zum sommerlichen Erfolg führen. Ab Juni - Juli werden sich dann viele unserer südjütländischen Meerforellen in einer zunehmenden Körperfärbung präsentieren und selbst pubertierende, noch nicht laichfähige Kleinforellen, zeigen sich in dieser Region dann häufig schon in auffälligen und wunderschönen Farben. Diese völlige Normalität einer durch Hormone gesteuerten Entwicklungsphase gehört zum jährlichen Zyklus unserer Meerforellen und wirkt sich bei einer Entnahme in keiner Weise auf den Geschmack aus. 

 

 

 




Foto A. Both, aus dem Flensburg-Fjord, ein wundersschön gezeichneter Milchner im späten Juli.

September – Oktober - November

 

 

 

Fallende Temperaturen, herbstliche Starkwinde und die damit verbundene Eintrübung des Wassers, sowie deutlich kürzere und dunklere, Tage kündigen uns ab Ende August den nahenden Herbst. Niemand muss sich nun durch eine kalte Herbstnacht zum Fangerfolg quälen, sondern kann die hellen Stunden des Tages effektiv nutzen. Die Fische jagen im Schutz der Trübung und sammeln die frei gespülte Nahrung oft nicht weit der Rutenspitze. Zu den Grönländern gesellen sich jetzt auch immer wieder größere Laichfische, die auf dem Weg zu ihren Heimatbächen sehr strandnah wandern können und nach dem Einsteigen auf Fliege oder Blinker, beim Angler für einen beschleunigten Herzschlag sorgen werden. In diesem Fall müssen gängige Schonzeiten für gefärbte Fische natürlich beachtet werden und vorsichtiges Lösen im Wasser ist angesagt. Sollte sich eine Kescherlandung trotzdem nicht vermeiden  lassen, nur keine Angst, der bevorstehende Laichaufstieg sorgt für ein festes Schuppenkleid und die Natur hat die Meerforelle für das Laichgeschehen mit einer außergewöhnlichen Robustheit ausgestattet. Des Weiteren senkt der Herbst die sommerlichen Wassertemperaturen und sorgt durch seine Stürme für eine Verlagerung und Umwälzung der Wasserschichten. Das im Sommer häufig eintrübende und kaum durch Strömung beeinflusste Wasser vieler  strandnaher Bereiche, erfährt seinen Austausch durch die aufbrandenden Wellen der Starkwindtage. Die Faktoren fallende Temperaturen, Wind, Welle und damit verbunden, Deckung durch Trübung und Nahrung durch freispülende Welle, bringen dem Fliegenfischer sowie auch dem Spinnfischer wieder perfekte Bedingungen für eine effektive Befischung der Meerforellen Südjütlands. Bei der im Herbst häufigen Trübung zeigen sich dunkle und nicht zu kleine Fliegenmuster, sowie kupferfarbene Blinker sehr fängig.

 Mit über 300 Kilometer Küstenlinie hat der Meerforellenfischer in der südjütländischen Region die Qual der Wahl. Hier finden sich klassische Frühjahr, Sommer und Herbststrecken. Im Winter dagegen Entscheidet immer Witterung und im Besonderen die Temperatur über die Wahl der Angelplätze.  Aber dieser Anreiz macht das Fischen in dieser Region auch so einzigartig und die Erfahrung vieler Jahre zeigt sich dann natürlich in den je nach Jahreszeit gewählten Angelstrecken. 

 

 

 










Foto A. Both, Kopfstudie einer Meerforelle

Unterschiedliche Strukturen und ihre Befischung:

 

Eine Besonderheit der Küstenlinie Südjütlands sind die unterschiedlichen Strukturen in den unzähligen Fjorden und Buchten. Die letzte Eiszeit formte mit ihren schiebenden Gletschern, bestehend aus Eis und Geröll eine abwechslungsreiche und einzigartige, aber auch eine in sich geschlossene Fjordlandschaft. So entstand ein einmaliges Labyrinth aus Fjorden, Buchten und Inseln.

Es finden sich schmale und strömungsreiche tiefe Sunde, flache und sandige Innenfjorde, ausgeprägte Felsriffe mit ihren Blasentangwäldern, sowie Inseln und Halbinseln, mit einer fast unbeschreiblichen Vielzahl anglerischer Möglichkeiten zum Fang einer Meerforelle.

Dazu die offene Küste mit den vorgelagerten Seegraswiesen, sowie die weit bewatbaren Sand-und Muschelriffe der flachen Viken.

Aber auch Noore (dän. Nor ), und die Mündungsbereiche kleiner Auen und Flüsse mit ihrer Süßwasserprägung, gehören zu den bevorzugten Jagdgebieten der Meerforellen.

Kein Angler muss in diesen interessanten und sehr unterschiedlichen Bereichen eine stupide Fischerei in einem Gleichklang betreiben, sondern sollte sich in seinem Denken, aber auch in der Auswahl seiner gefischten Leinen auf die jeweiligen Gegebenheiten einstellen.

Die nun in weiterer Folge beschriebenen  Strukturen der südjütländischen Küstenlinie erfordern schon einmal ein Umdenken vor dem Beginn der Befischung. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Tiefe, Beschaffenheit, Vegetation, Strömung und der vorherrschenden artenreichen Nahrungsvielfalt, sondern  auch in den sehr unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten, für eine erfolgreiche und effektive Befischung. Schon kleine Veränderungen beim Einsatz von Leine, Vorfach und Fliege, können sich entscheidend für den Erfolg oder Nicht-Erfolg auswirken.




Südjütlands tiefe Sunde:

 

In einigen schmalen und tiefen Sunden ziehen im Frühjahr die Heringsschwärme in ihre Laichgründe und sind dort zum Teil über Wochen zu finden. Der enge Zugang in das Nybøl  Nor, nicht weit vom kleinen Städtchen Gravenstein gelegen,  ist dafür ein klassisches Beispiel.

Hier erreicht auch der Fliegenfischer ohne Probleme das mehrere Meter tiefe Fahrwasser und kommt somit in den Distanzbereich von zum Teil sehr großen Meerforellen, die sich im Frühjahr  immer wieder zwischen den ziehenden Heringen einfinden, beziehungsweise dem Laichzug folgen.

Das anhaltende und geballte Vorkommen dieser Laichschwärme und sehr tiefes Wasser in Reichweite der Fliegenrute versprechen ein spannendes Fischen, erfordern aber gleichfalls ein Umdenken

Mit einer Floating-oder Intermediate Line sind wir in diesem Fall aber auf verlorenen Posten, denn die Fliege muss möglichst schnell auf Tiefe gebracht werden, da nur auf Höhe der Heringschwärme eine effektive Befischung möglich ist.

Hinzu kommt ein zum Teil hoher Strömungsdruck, der uns ohne weiteres eine Driftphase bescheren kann, wie wir sie sonst nur beim Flussfischen erleben.

Das bedeutet, die Fliege muss auf Tiefe gebracht werden, bevor die Strömungsdrift sie aus dem Distanzbereich der Meerforellen führt.

Für diese Befischung eignen sich Schußköpfe unterschiedlicher Sinkraten.

Mit einem schnellen SK-Wechsel kann sich der Angler auf die jeweilige Strömung und Tiefe einstellen und diese erfolgsträchtigen Strecken sehr effizient befischen.

Die Vorfachlänge sollte bei dieser Art der Befischung maximal 150cm sein, um das Auftreiben der angebotenen Fliege zu vermeiden.

An strömungsarmen Tagen wird die Fliege gestrippt, bei hoher Strömung dagegen ist der Lauf in der Driftphase völlig ausreichend und wer mag, bringt durch leichtes Heben und Senken der Rutenspitze die Fliege zum Jiggen.

Auch bei der Wahl der Fliegenmuster sollten Sie ruhig einmal in etwas anderen Dimensionen denken, denn diese Meerforellen sind nicht auf Tangläufer eingestellt.

Es ist eine sehr interessante Variante zur gewohnten Befischung der strandnahen Flachbereiche und zudem eine der wenigen Möglichkeiten einer gezielten Jagd auf Großforellen im Salzwasser

Im Gegensatz zur vorher benannten Tiefwasserzone, bietet Südjütland aber auch für die Freunde der klassischen Flachwasser-Befischung, ganz hervorragende Möglichkeiten.





Egernsund, die tiefe Verbindung zwischen Ostsee und Noor.




Patrick Jeß, mit Blankfisch im März von 4,85 Kg

Südjütlands flache Viken:

 

An der kleinen Stadt Augustenborg, befindet sich auf der Insel Als der vorgelagerte Augustenborg-Fjord. Ein flacher Binnenfjord, mit zum Teil schilfbestandenen Ufern.

Hier findet der Fliegenfischer die typischen sandigen Flachstrecken der Innenfjorde. Bei günstigen Wasserständen führen die leicht zu bewatenden Gründe den Angler zum Teil über mehrere hundert Meter in den Fjord hinein und ermöglichen gerade dem Fliegenfischer eine sehr intensive Befischung, da die Watbedingungen den fischbaren Radius immens vergrößern. Die Wintersonne sorgt auf diesen ausgedehnten Flachstrecken für eine schnelle Erwärmung und schafft damit den Vorteil einiger zusätzlicher Plusgrade im Wasser. Dieser Umstand wirkt sich in der kalten Jahreszeit häufig wie ein Fischmagnet aus und hat schon so manchen an anderer Stelle vorher erfolglosen Tag, noch zu einem Fangtag werden lassen.

Die Sandgründe zeigen sich mit einer geringen Struktur von Muschelbänken, vereinzelt liegenden Steinen, kleineren Teppichen von Seegras und sind das bevorzugte Jagdrevier der Grönländer.

Eine Großforelle wird sich nur selten in diese Bereiche verirren, aber dafür ist unter günstigen Temperaturbedingungen, ohne weiteres ein Fang mehrerer Grönländer an einem Angeltag möglich.

Es ist die perfekte Strecke für eine effektive Befischung mit der Floating-Line.

Ob ein Schußkopf oder eine Vollleine eingesetzt wird mag jeder Angler für sich entscheiden, der Meerforelle ist es völlig egal.

Dagegen setzen wir aber wir aber gerade bei Sonne und ruhigen, sowie sichtigen Tagen eine unauffällige Leinenfarbe ein, (z.B. das dezente grau einer Guideline-Bullet der neuen Generation) um in diesen oft nur bauchtiefen Wasser eine möglichst nur geringe Scheuchwirkung zu erzielen.

Ausgezeichnet bewährt haben sich aber auch typische Clear-Leinen wie z.B. die Cortland Crystal Flaoting, obwohl sich diese Leine bei kalten Wassertemperaturen nicht mehr fischen lässt und zu einem Korkenzieher mutiert.

Das Vorfach darf und sollte lang sein. Wer aber mit 4,50 Meter Vorfachlänge überfordert ist, kürzt entsprechend seiner werferischen Fähigkeiten ein.

Wichtiger ist, dass Sie sich Schritt für Schritt in die Gründe hinein fischen und diese in einer für Sie bequemen Wurfdistanz fächerförmig absuchen. Sehr oft zeigen sich die Fische im Frühjahr bei ihrer Jagd in den flachen Gründen an der Oberfläche und sie können einen Grönländertrupp gezielt anwerfen.

Führen Sie dabei die Fliege nicht zu langsam, denn....kein Angler strippt so schnell wie eine Meerforelle schwimmen kann.

Jagende Meerforellen sind zudem eine gute Einleitung in einen weiteren prägnanten Bereich  der südjütländischen  Küstenregion.




Foto: Thomas Jansen

Südjütlands Felsriffe:

 

Dort wo die schiebenden Gletscher der letzten Eiszeit zum Stillstand kamen, zeigen sich diese Endmoränen in Form gewaltiger Geröll- und Steinmassen

Heute bilden sie die typischen Jütland-Riffe, die häufig vor der imposanten Kulisse hoher und baumbestandener Steilküsten liegen.

Sie ergeben einen idealen Lebensraum für die gesamte Nahrungspalette unserer Meerforellen und bieten dem vielzähligen Kleinleben zwischen Felsen und Blasentangwäldern perfekten Schutz und Deckung. Garnelen, Tangläufer, Grundeln, Krabben, Stichlinge und Schwärme von Brutfischen finden hier perfekte Lebensbedingungen.

Die dunklen Felsen erwärmen in der Frühjahrs-Sonne sehr schnell und geben die von ihnen  gespeicherte Wärme an das  umgebende Wasser ab. Wie auch in den flachen Sand-Viken, bringen erste Sonnenstunden ein frühzeitig erwachendes Leben in diese interessanten Bereiche.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Faktoren Nahrung und Wärme sich nicht nur auf Grönländer wie ein Magnet auswirken.

Auch feiste Laichperioden- Überspringer, meerwandernde Regenbogner und große Kelts, die sich nach der Rückkehr aus ihren Flüssen noch im Flachbereich aufhalten, können sich jederzeit auf diesen bevorzugten Jagd-und Fressplätzen einfinden.

Halk Hoved, Knuds Hoved und Gammelmark Klinter, sind nur einige wenige Beispiele für eine Vielzahl dieser ausgezeichneten Fangplätze.

Auflandige Winde und eine zum Teil offene Küstenlinie, führen in den Riffen sehr schnell zu einer beachtlichen Brandungswelle. Aber diese Welle und die damit verbundene Eintrübung bringen uns die Meerforellen in eine perfekte Distanz für die Fliegenrute.

Eine Intermediate-Line übermittelt durch ihr Einsinken bei der hier beschriebenen  Windlage mehr Ruhe in der  Führung, und somit auch einen direkten und besseren Kontakt zur Fliege und zum einsteigenden Fisch.

Dieser direkte Kontakt führt nach einem Anbiss oft schon zu einem ,,Selbsthaken'' der Meerforelle, während eine auf der Welle schlenkernde Floating-Line häufig für einer verspätete Bisserkennung  sorgt und sich mit dem Anschlag auch gleich wieder die Meerforelle verabschiedet.

Aber bei ruhigen Wetter und niedrigen Wasserständen kann der Einsatz einer Intermediate-Line sehr schnell auch zum Fluch werden, denn in diesem Fall sind Felsen und Blasentang meist weit schneller am Haken, als die von uns erhoffte und erwünschte Meerforelle.

In diesem Fall geht es also zurück zum Einsatz der an der Küste schon klassischen Floating-Line.

Führung der Fliege und Bisserkennung sind unter diesen moderaten Bedingungen kein Problem mehr und entspanntes Fischen ist angesagt.

Aber auch die Riffe Südjütlands können dem Ungeübten mit ihren glatten Felsen schon einmal die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Die Steine bedecken den Fjordgrund in allen Größen und der Ungeübte wähnt sich in einer Mondlandschaft. Getrübtes Wasser lässt das Waten dann zu einem ,,Ertasten‘‘ werden und die Welle wird zur schubsenden Hand.

Ein Watstock gibt zusätzliche Sicherheit und sorgt für einen besseren Stand, denn auch im April kann ein Vollbad einen vielleicht erfolgsversprechenden Angeltag sehr schnell wieder beenden.








Fotos: Thomas Jansen

Südjütlands Inseln und Halbinseln:

 

Südjütland bietet auf seiner Festlandseite eine schier nicht zu bewältigende Vielzahl von unterschiedlichen Möglichkeiten, den Meerforellen im Salzwasser nachzustellen.

Dazu gesellt sich noch eine beachtliche Zahl von Inseln und Halbinseln, auf denen sich noch immer zum Teil von Anglern fast unberührte Strände finden lassen.

Die Insel Als ist mit ihren 160 Kilometern Küstenlinie inzwischen für jeden Meerforellenangler ein fester Begriff und fällt mit ihren Strukturen in die schon oben benannten Beschreibungen.

 

So beginnt der Streifzug mit der kleinen Insel Barsø, die sich im Bereich der Genner-Bucht befindet.

Sie bietet sich im Frühjahr und Herbst für einen anglerischen Spaziergang mit der Rute an und ist ein ist ein klassisches Tagesziel für den Öringfischer. Doch wenn die Meerforellen rund um die Insel nicht in Beißlaune sind, sollte der Fliegenfischer keine unnötige Zeit verschwenden und nach dänischer Philosophie, mit Hilfe der kleinen Fähre auf das Festland wechseln. Dort sind die Fangchancen unter schwierigen Witterungsbedingungen deutlich besser, denn das Auto erhöht den Radius beim Aufsuchen interessanter Spots. So manch Inselunkundiger hat Tage seiner wertvollen Freizeit dort unnötig geopfert, um dann die Heimreise als Schneider anzutreten.

 

Ganz in der Nähe findet sich die kleine Halbinsel Kalvø, ebenfalls im Bereich der Genner-Bucht liegend. Die sandigen Flachstrecken um die Insel sind in jedem Jahr bei ersten wärmeren Tagen ein Garant für eine Meerforellen-Aktivität. Auch hier bevorzugen wir den Einsatz unauffälliger Floating und intermediate Leinen. Die Fische sind in der Regel klein und finden sich bei einer winterlichen Erwärmung oft in großer Anzahl ein. Leider ist dann der Befischungsdruck von Seiten dänischer Angler meistens sehr stark. Aber da keine Fähre zum Erreichen der Insel erforderlich ist, bietet sich ein  kurzer Stop auf Kalvø immer für ein paar Würfe an.




Blick auf Kalvø



 

Etwas weiter nördlich finden sich die Inseln  Aarø,  Bargø, Brandsø und Linderum, die auf Höhe des Städtchens Harderslev im kleinen Belt liegen. Sie bieten eine zum Teil ausgezeichnete Befischung im Sommer. Für das abendliche und nächtliche Sommerfischen  ist der tiefe, schnellströmende und sauerstoffreiche Sund zwischen dem Festland-Örtchen Aarøsund und der kleinen Insel Aarø unter Meerforellenfischern kein Geheimtipp mehr. Aber da die letzte Fähre im Sommer zur besten Fangzeit die Insel verlässt, hält sich der Befischungsdruck wirklich in Grenzen. Hoher Strömungsdruck und tiefes Wasser in Strandnähe erfordern auch schon einmal den Einsatz von Sinkleinen, sofern keine abendliche und nächtliche Oberflächenaktivität auszumachen ist. Die Fliege erreicht in der Driftphase eine beachtliche Geschwindigkeit und der Sund vermittelt dann beim Fischen echtes Fluss-Feeling.

Bargø, Brandsø und Linderum, sind dagegen aufgrund ihrer Lage wirkliche unberührte Perlen, denn wir erreichen sie nur mit unseren Angel-Kajaks. Die sandigen Flächen bieten bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühjahr spannende Möglichkeiten für eine Pirsch vom SOT-Kajak. Wie auch in den flachen Viken von Als, setzen wir hier auf eine dezent gefärbte Floating- Leine, oder Clear-Leine, mit einer geringen Scheuchwirkung.

 

Von Flensburg kommend, stossen wir ca.8 Kilometer vor Sonderburg auf die Halbinsel Sundeved. (Broagerland ) Auf  ungefähr 30 Kilometer fischbaren Strecken finden sich sämtliche Strukturen, die sich ein Meerforellenfischer wünschen kann. Von besonderer Qualität aber sind die zahlreichen Felsriffe auf der Halbinsel. Sie reihen sich oft in sichtbarer Entfernung von Hoved zu Hoved und bieten im Herbst und Frühjahr, aber auch in den milden Winterwochen ein excellentes Meerforellenfischen,  in einer von der Eiszeit geprägten Kulisse. Skelde Kobbel, Skelde Mark und Spar Es sind nur drei Beispiele dieser eiszeitlichen Steinriffe.

Wie schon oben beschrieben, bietet eine slow Intermediate gerade bei auflaufender Welle einen besseren Kontakt zur Fliege und somit auch eine bessere Bisserkennung, um den Fisch sicher zu haken. Aber auch Strände mit einer kaum erkennbaren Struktur im Wasser sollten auf Broagerland nie vernachlässigt werden. So zeigt sich Gammelgab mit seinen vorgelagerten Seegraswiesen bei hohen Wasserständen, trotz vorherrschender Sandgründe im Nahbereich der Ufer, immer wieder mit dem Fang schöner Winter und Frühjahrsfische.

 







Südjütlands Noore (dän. Nor )

 

Seltsamerweise finden Noore unter den deutschen Meerforellenfischen kaum eine Beachtung. Diese Innenfjorde mit einer Verbindung zur Ostsee sind extrem ausgesüßt und bieten nicht nur im Winterhalbjahr ausgesprochen gute Bedingungen für eine effektive Befischung. In Südjütland befindet sich nicht weit von der deutsch/dänischen Grenze in Richtung Sonderburg fahrend, das umfangreiche und bis zu achtzehn Meter tiefe Nybøl Nor.

Und nicht nur der schon im oberen Text beschriebene schmale und tiefe Sund, der Zugang von der Ostsee zum Noor ist fischereilich interessant, sondern auch das Noor selbst bietet einzigartige Möglichkeiten einer spannenden Befischung von Meerforellen.

 

Zwei Schongebiete kennzeichnen die kleinen Aufstiegsbäche, in denen sich die Meerforelle im Winterhalbjahr reproduzieren kann. Mit dieser Tatsache entstanden dann auch schnell die Vermutungen von dänischen Kollegen, dass es einen stationären Meerforellenstamm in Noor geben wird. Ich teile diese Meinung nicht unbedingt, aber auch Gerüchte können den anglerischen Anreiz ohne weiteres erhöhen.

Außerhalb dieser Schongebiete finden sich flache, wie in allen Nooren und Binnenfjorden sehr sandgeprägte Untergründe, mit einer nur geringen Vegetation.

Unzählige alte Ziegelreste bedecken an vielen Stellen den Grund und zeigen die Nähe der Ziegelwerke an.

 

Gerade hier finden sich interessante Spots für eine Befischung.

Eine Floating-Line ist für ein effektives Fischen vollkommen ausreichend, aber der Angler sollte bei der Befischung Strecke machen und diese Bereiche Schritt für Schritt abfächern.

Trotzdem ist der Spinnfischer hier in einem klaren Distanz-Vorteil, denn die nur langsam tiefer werdenden Gründe binden die Meerforellen nicht selten in einer Entfernung zum Ufer, die sich nur noch mit einer Spinnrute überwinden lässt.

Ein Belly-Boat, Pontoon Boat, oder die von uns bevorzugten SOT-Kajaks heben den möglichen Distanz-Nachteil sofort wieder auf.

Die geschützte Lage der Noore begünstigt diese Art der Befischung vom Wasser, aber auch hier ist Vorsicht angesagt. Bei anhaltenden Winden baut sich auch in einem Noor eine nicht zu unterschätzende Welle auf.

 

Das Nybøl Nor ist trotz seiner Möglichkeiten auf den Fang eines adulten Fisches im Bereich seines Sundes, ein klassischer Fangplatz für Grönlander.

Darin bestätigt sich auch meine Vermutung gegen ein Vorkommen stationärer Stämme im Noor, denn die adulten Fische scheinen ihre Fressgründe in den Fjorden Südjütlands zu haben, während das Noor mit seinen ausgedehnten Flachstrecken das Jagdrevier der Aufwuchsfische  in der Jugendklasse ist.

 

Diese Beschreibungen sind kein Leitfaden für einen erfolgreichen Fang, sondern sie sollen Anregung und Hilfe für eine geplante Befischung südjütländischer Strecken sein. Häufig werden Spots nur nach ihren Namen ausgewählt und angefahren. Aber gerade diese Namen erweisen sich dann im knappen Urlaub als Schall und Rauch. Daher finden sich in meinen Zeilen auch nur einige Beispiele aufgeführter Strände. Öringfischen  beinhaltet einen steten Wechsel im Verhalten und Vorkommen unserer Meerforellen. Je nach Temperatur, Strömung und Jahreszeit müssen wir sie finden, um sie erfolgreich zu befischen. Aber gerade hier bieten die südjütländischen Strecken einen anhaltenden Reiz über die gesamten Monate eines Jahres.










Im Grenzgebiet geboren, befische ich die Küstenlinie von Südjütland und Als

schon seit früher Jugend. Vier Jahrzehnte Erfahrung an meinen Hausstrecken gebe

ich gern an Sie weiter.

Die direkte Nähe zu den Fangplätzen, täglicher Informationsaustausch mit langjährig fischenden  Freunden aus dem Grenzgebiet und das Wissen um Verhalten und Bewegung der Fische, je nach

Jahreszeit, Nahrungsaufkommen,

Temperatur und Strömung, sind mein persönlicher Erfahrungsschatz.

Dieser resultiert aus vierzig Jahren am Wasser.

Ob blanke Winter-Grönländer, starke Überspringer, Kelts im Frühjahr, feiste Sommerfische, oder wunderschön gezeichneter Herbstöring. Unsere Küste bietet das gesamte Jahr ein interessantes Meerforellenfischen.

 

Das zunehmende Interesse am Küstenfischen wirkt sich in bestimmten Zeiten negativ auf den Befischungsdruck der bekannten Strände aus. Deshalb liegt es in meinem Bestreben,

neue Küstenbereiche zu entdecken und zu testen, um meinen Gästen auch in den Hauptzeiten

die Qualität ungefischter Strecken bieten zu können.

 

 

So können Sie auch in einem Kurzurlaub die Zeit für ein effektives Küstenfischen nutzen.

Ob nur einige Stunden, ein einzelner Tag oder aber eine gesamte Woche.

Für Einsteiger erfolgt bei Bedarf eine professionelle Einweisung in Methoden und Gerät.

Leihgerät steht für den Fliegenfischer sowie für den Spinnfischer zur Verfügung.

Falls erwünscht, biete ich natürlich ebenfalls einen Fullservice, inclusive Übernachtung

und Verpflegung an.

 

 

Für Informationen stehe ich jederzeit gern zur Verfügung.

 

Heiko Döbler

Tel.: 04644 - 973208

Mobil  0171 31 21 309


Klick hier zum Kontaktformular